Griechenland - Die nächsten Akte im Griechenland-Drama

Athen (APA/Reuters) - Die monatelangen Verhandlungen zwischen Griechenland und den internationalen Gläubigern im Schuldenstreit sind auf der...

Athen (APA/Reuters) - Die monatelangen Verhandlungen zwischen Griechenland und den internationalen Gläubigern im Schuldenstreit sind auf der Zielgeraden angelangt. An diesem Wochenende dürfte die Entscheidung fallen. Scheitert eine Einigung in letzter Minute, droht dem Euro-Land die Staatspleite und am Ende womöglich das Ausscheiden aus Währungsunion und EU. Es folgt eine Übersicht über die nächsten Schritte:

BRÜSSEL - SSTAG, 27. JUNI

Für 11.00 Uhr (MESZ) sind Beratungen der Euro-Arbeitsgruppe angesetzt. Ab 14.00 Uhr kommen dann die Euro-Finanzminister zu ihrer vierten Griechenland-Sondersitzung innerhalb einer Woche zusammen. Sie beraten dabei über das jüngste Angebot der Institutionen von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) an die griechische Regierung. Die Gegenvorschläge der griechischen Seite sollen dabei berücksichtigt werden - inwieweit, ist aber unklar. Verhandlungen soll es bis dahin dem Vernehmen nach nicht mehr geben.

Falls es zu einer Einigung kommt, könnte die Eurogruppe grünes Licht für die Auszahlung von Hilfsgeldern geben. Dies wäre wohl mit einer Verlängerung des aktuellen Hilfsprogramms verbunden. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat bereits deutlich gemacht, dass eine Auszahlung der vollen Summe von 7,2 Milliarden Euro vor dem 30. Juni „undenkbar“ ist. Im Gespräch war laut Reuters vorliegenden Dokumenten eine Verlängerung bis Ende November.

Scheitern die Verhandlungen mit Griechenland, könnte die Eurogruppe indes erörtern, wie sich der Rest der Währungsunion auf einen Finanzkollaps in Athen vorbereiten soll.

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BRÜSSEL/ATHEN/FRANKFURT - SONNTAG, 28. JUNI

Bei einer Einigung dürften es zwischen den politischen Kräften in Athen Debatten geben, ob die Auflagen der Geldgeber akzeptabel sind. Bei einer Sondersitzung könnte das Parlament dann über den Deal abstimmen. Wie lange das Parlament zur Vorbereitung benötigt, hängt davon ab, in welcher Rechtsform eine Einigung den Abgeordneten vorgelegt wird. So bräuchte ein Rechtsakt nur einen Tag, bei einer Art Notstandsgesetz wären es schon zwei bis drei Tage und beim Befolgen des gängigen Gesetzgebungsverfahrens fünf Tage.

Kommt keine Vereinbarung zustande, würde es am Wochenende womöglich ein weiteres Krisentreffen geben, um entweder einen Deal in letzter Minute zu erreichen oder über alternative Maßnahmen zu beraten. Offen ist in diesem Negativ-Szenario, wie lange die EZB den Geldhahn für griechische Banken offen lässt.

BERLIN - MONTAG, 29. JUNI

Der Haushaltsausschuss und die Fraktionen des Bundestages könnten sich zu Beratungen über die Vereinbarung mit Griechenland treffen.

BERLIN/ATHEN - DIENSTAG, 30. JUNI

Ohne Verlängerung durch die Eurogruppe endet das aktuelle Hilfsprogramm für Griechenland. Zugleich muss die griechische Regierung 1,6 Milliarden Euro an den IWF zurückzahlen. Der Dienstag ist der wahrscheinlichste Termin für eine Sondersitzung des Deutschen Bundestages.

FRANKFURT/ATHEN - MONTAG, 20. JULI

Griechenland muss rund 3,6 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen. Experten zufolge müsste die EZB spätestens dann ihre laufenden ELA-Liquiditätshilfen stoppen, wenn die griechische Regierung nicht zahlen sollte. Sollte also zuvor keine Vereinbarung mit den internationalen Gläubigern zustande kommen und Griechenland von externen Finanzhilfen abgeschnitten sein, wäre dies wahrscheinlich der Tag, an dem das Euro-Land in die Pleite rutscht.


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