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Griechenland - Schulz warnt Athen vor Überreizung der Verhandlungen

Athen (APA/AFP) - Im Schuldenstreit mit Griechenland hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) die Regierung in Athen gewarnt, die Verh...

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Athen (APA/AFP) - Im Schuldenstreit mit Griechenland hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) die Regierung in Athen gewarnt, die Verhandlungen mit der Eurogruppe nicht zu überreizen.

„Wenn das Kalkül der griechischen Regierung darin besteht zu sagen: Wir reizen unsere Karten bis zum letzten aus, weil die werden sowieso zahlen. Dann glaube ich, unterliegt die Regierung einem schwerwiegenden Irrtum“, sagte Schulz am Freitag in einem Fernsehinterview mit der Deutschen Welle. Für einen solchen Irrtum werde „am Ende das griechische Volk die Zeche“ zahlen.

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Zugleich zeigte Schulz aber auch Verständnis für Athen. Die Regierung stehe unter „sozialem Druck“, dennoch müsse klar gemacht werden, „dass unsere Union nur dann funktionieren kann, wenn alle ihre Regeln einhalten“. Er selbst sei weiterhin optimistisch, dass es eine Einigung mit Griechenland geben werde.

Schulz forderte Geduld auf beiden Seiten und eine solidarische Haltung der EU gegenüber Griechenland. „Wenn Sie in einer Familie fünf nette Leute haben und Sie haben einen, der jetzt aus der Reihe tanzt. Was machen Sie dann? Lösen Sie die Familie auf? Bestrafen Sie alle, die sich gut benehmen? - Sie schmeißen Ihre Kinder nicht raus, wenn Sie die Familie zusammenhalten wollen. Oder nur als Ultima Ratio“, sagte der SPD-Politiker.

Mit Blick auf Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras sagte Schulz, es sei wertvolle Zeit verloren gegangen, da dieser zunächst gegenüber der EU im Stil eines Parteichefs und nicht eines Regierungschefs aufgetreten sei. Das habe sich allerdings geändert.

Griechenland braucht bis Ende des Monats dringend neue Finanzhilfen, sonst droht Athen der Staatsbankrott und letztlich der Austritt aus dem Euroraum. Bei ihren Verhandlungen in Brüssel erzielten die internationalen Geldgeber und Athen bisher keine Einigung. Am Samstag will die Eurogruppe erneut über eine Lösung beraten.


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