Hammond: Fünf Briten und ein Ire unter Toten von Tunesien

London/Berlin/Sousse (APA/dpa/Reuters) - Beim blutigsten Terroranschlag in Tunesiens jüngerer Geschichte sind in einem beliebten Strandhotel...

London/Berlin/Sousse (APA/dpa/Reuters) - Beim blutigsten Terroranschlag in Tunesiens jüngerer Geschichte sind in einem beliebten Strandhotel mindestens 37 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern sind nach Angaben des britischen Außenministers Philip Hammond mindestens fünf Briten und ein Ire. Das Auswärtige Amt in Berlin befürchtet, dass bei dem Angriff am Freitag in der Mittelmeerstadt Sousse auch Deutsche getötet wurden.

„Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass deutsche Staatsangehörige Opfer des Anschlags geworden sind“, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitagabend in Berlin. „Wir müssen damit rechnen, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis das geklärt ist.“

Der Angriff auf das Hotel „Imperial Marhaba“ in Sousse - 120 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Tunis - geht nach Angaben des tunesischen Innenministeriums auf das Konto von zwei Terroristen. Später war von einem Schützen die Rede, einem tunesischen Studenten, den Sicherheitskräfte töteten. Die Rolle des zweiten mutmaßlichen Täters, der nach offiziellen Angaben festgenommen wurde, blieb unklar. Nach Angaben von Augenzeugen begann der Überfall am belebten Strand. Dort lagen auch nach Stunden noch Leichen von Urlaubern, von Handtüchern bedeckt.

Lokale Medien meldeten, zwei Terroristen seien von der Strandseite aus auf das Hotelgelände vorgedrungen. Einer habe plötzlich aus einem zusammengefalteten Sonnenschirm ein Sturmgewehr hervorgeholt und auf Menschen geschossen, die am Strand gelegen hätten. In einem Feuergefecht hätten Sicherheitskräfte einen Angreifer getötet und später zahlreiche Sturmgewehre beschlagnahmt, hieß es aus Sicherheitskreisen in Tunesien. Bei dem getötete Terroristen handelt es sich demnach um einen Tunesier. Der mutmaßliche zweite Angreifer sei festgenommen worden.

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Als Reaktion auf den Anschlag entschied sich ein Großteil der ausländischen Hotelgäste für eine schnelle Abreise. „Die meisten ausländischen Überlebenden haben es vorgezogen abzureisen, wir koordinieren das mit ihren Reisebüros“, sagte Salwa al-Kadri, die als lokale Reiseführerin in dem Hotel arbeitet. „Sie kamen als Touristen, aber sie haben den Tod mit eigenen Augen gesehen. Es ist schwer für sie, an diesem Ort zu bleiben, nachdem sie all dieses Töten gesehen haben. Jeder hier steht immer noch unter Schock.“


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