Griechenland - Podemos: Berlin und IWF wollen Athen „Luft abschnüren“

Madrid/Athen (APA/AFP) - Im Streit über die Bedingungen für eine Rettung Griechenlands vor dem Bankrott hat die spanische Linkspartei Podemo...

Madrid/Athen (APA/AFP) - Im Streit über die Bedingungen für eine Rettung Griechenlands vor dem Bankrott hat die spanische Linkspartei Podemos heftige Vorwürfe gegen Deutschland und den Internationalen Währungsfonds (IWF) erhoben. Einige europäische Länder und der IWF wollten „Griechenland die Luft abschnüren und eine Lektion erteilen“, sagte Parteichef Pablo Iglesias am Samstagabend in Madrid.

„Der IWF und die deutsche Regierung greifen die Demokratie an. Sie zerstören das politische Projekt Europas“, so Iglesias.

„Sie wollen versuchen, Griechenland die Luft abzuschnüren, und es scheint so, als wollten sie versuchen, auch uns gleich eine Lektion zu erteilen“, sagte Iglesias weiter. Er äußerte sich am Rande einer Unterstützer-Demonstration für Griechenland, an der in Madrid rund 300 Menschen teilnahmen.

Podemos („Wir können“) sieht sich als Verbündeter der Syriza-Partei des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras. Podemos lehnt den rigiden Sparkurs der spanischen Regierung ab. Mit diesem Kurs hat die Protestpartei unlängst bei den Kommunalwahlen große Erfolge gefeiert.

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Die Euro-Finanzminister hatten am Samstag angekündigt, dass Griechenland der Geldhahn zugedreht werden soll. Bei einem Sondertreffen in Brüssel lehnten sie eine Verlängerung des am 30. Juni auslaufenden Hilfsprogramms für Athen ab. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble prophezeite Griechenland deswegen „akute Schwierigkeiten“. Die Euro-Staaten würden aber „alles tun“, um „jede denkbare Ansteckungsgefahr zu bekämpfen“.

Vor der Entscheidung der Eurozone hatte Tsipras ein Referendum über die Sparauflagen der Gläubiger angekündigt. Dieses soll am 5. Juli stattfinden. Einen Antrag von Tsipras, das derzeitige Hilfsprogramm deshalb um einige Tage über den 30. Juni hinaus zu verlängern, wiesen die Euro-Finanzminister zurück.


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