Umstrittener Euroretter: EZB-Präsident Mario Draghi

Frankfurt/Athen (APA/dpa) - Für viele ist er de facto Europas mächtigster Mann: Mario Draghi, seit November 2011 Präsident der Europäischen ...

Frankfurt/Athen (APA/dpa) - Für viele ist er de facto Europas mächtigster Mann: Mario Draghi, seit November 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Während Politiker mühsam um Kompromisse ringen, kauften die Währungshüter in der Krise mehrfach wertvolle Zeit.

Als der Währungsraum im Sommer 2012 vor der Zerreißprobe stand, beruhigte Draghi mit wenigen Worten die Lage: „Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.“

Unter Führung des Italieners schaffte die EZB die Zinsen im Euroraum quasi ab, flutete die Banken mit ultrabilligem Zentralbankgeld und kauft seit März 2015 in gewaltigem Umfang Staatsanleihen. Doch der Anti-Krisen-Kurs ist nicht unumstritten. Auch im EZB-Rat gab es wiederholt Widerstand - etwa von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann.

Kritiker werfen dem 67-jährigen Draghi vor, die Befugnisse der Notenbank überdehnt zu haben und die Geldpolitik zum Spielball der Regierungen - vor allem der Krisenstaaten - gemacht zu haben. Allerdings übernahm der frühere Exekutivdirektor der Weltbank (1984-1990) und spätere Goldman-Sachs-Investmentbanker (2002-2005) das Amt als EZB-Präsident in einer tiefen Krise.

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