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Hypo-U-Ausschuss - Berghütte statt Energydrinks und Cola

Wien/Klagenfurt (APA) - Zigtausende Aktenseiten studieren, stundenlange Zeugenbefragungen und dazu zeitweise ein derart stickiges Klima im H...

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Wien/Klagenfurt (APA) - Zigtausende Aktenseiten studieren, stundenlange Zeugenbefragungen und dazu zeitweise ein derart stickiges Klima im Hohen Haus, dass es sogar Thema in Fraktionsführerbesprechungen ist: Der Hypo-U-Ausschuss ist für die Beteiligten auch körperliche Schwerarbeit. In der Sommerpause tauschen die Abgeordneten deshalb Energydrinks gegen Berghütte und chinesische Flussfahrten, um Luft zu holen.

„Man versucht halt, halbwegs gesund und asketisch zu leben, was zugegebenermaßen nicht immer gelingt“, erklärte FPÖ-Fraktionsführer Elmar Podgorschek im APA-Gespräch. Länger als ein Jahr würde er das nicht machen wollen, denn der größte Stress sei, noch Zeit für die Familie zu finden. „Zum Glück bin ich schon so lange verheiratet, dass meine Frau eine gewisse Toleranz hat.“ Mit ihr zieht es Reisefreund Podgorschek nun in der gut sechswöchigen Ausschuss-Pause wieder in die Ferne - dorthin, „wo ich nicht einmal Facebook verwenden kann“, nämlich nach China. „Man muss seinen Horizont erweitern, auch um zu wissen, wie schön es zuhause ist.“ 18 Tage lang will er also „die Hypo ausblenden“, dann steht wieder Einarbeiten und Wahlkampf in Oberösterreich am Programm.

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„Kein großer Urlaubmacher“ ist dagegen Robert Lugar vom Team Stronach, der von der Familie zu Club-Ferien in der Türkei verpflichtet wird, wo sich das frühere Mitglied des Judo-Nationalteams besonders aufs Sporteln freut. Sein Rezept für die Marathon-Tage im Parlament klingt da weniger gesund: „Koffein ohne Ende - in der Früh zwei ‚Red Bull‘, zu Mittag einen Kaffee und am Nachmittag ein Cola.“ Er freue sich, wenn er zwischendurch vor halb elf am Abend heimkomme, um seine Kinder noch sehen zu können. Aber „Politik ist mein Hobby“ und „ich mache es, weil ich es für wichtig erachte“.

Auch der Grüne Frontmann Werner Kogler findet das alles nicht so schlimm: „Ich könnte auch 15 Stunden reden“ - was aus dem Mund des aktuellen Rekordhalters im parlamentarischen Dauerreden durchaus glaubhaft, aber nicht weniger bedrohlich klingt. Selbst Kogler muss freilich zwischendurch den Kopf auslüften, um konzentriert zu bleiben: „Wenn‘s mir zu viel wird, geh‘ ich eine Runde in der Säulenhalle.“ Drei Wochen nichts zu tun, ist für ihn ein „Riesenluxus“. Und weil er am liebsten spontan mit der Eisenbahn wegfährt, wird er im Sommer mit dem Zug durch Europa touren.

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In Bewegung bleiben will auch NEOS-Kollege Rainer Hable, der eine Reise durch Frankreich und Italien plant - mit Sightseeing und Strand und „möglichst wenig E-Mails checken“. Um im Ausschuss einen klaren Kopf zu behalten, geht er zwischendurch frische Luft schnappen. Mit der Aktenflut umzugehen, sei „schon sehr anstrengend fürs gesamte Team“, meinte Hable. Im Herbst will er auch wieder für die NEOS den Finanz- und den Budgetausschuss übernehmen, was noch mehr Arbeit bedeutet. „Aber mir macht es sehr viel Spaß“, daher sei die zeitliche Herausforderung zu bewältigen.

Nicht nur elektronisch ein bisschen abschalten möchte auch SPÖ-Fraktionsführer Jan Krainer. Er wird sich zwei Wochen mit seiner und einer befreundeten Familie auf eine Berghütte zurückziehen. Dort, „wo es keinen Handyempfang gibt“, will er beim Wandern den Kopf frei kriegen.

ÖVP-Fraktionschefin Gabriele Tamandl kann am besten entspannen, indem sie bewusst freie Tage einlegt oder auch mal übers Wochenende wegfährt. In der Ausschuss-Pause gönnt sie sich 14 Tage mit Kindern und Freunden in einer Ferienwohnung auf Mallorca.

In die andere Himmelsrichtung zieht es die Vorsitzende des U-Ausschusses: Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) plant im August eine Schottland-Rundreise mit Freunden.


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