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Griechenland - Ökonomen: Auch ohne Grexit droht schwere Rezession

Athen (APA/Reuters) - Griechenland droht Experten zufolge auch bei einer Lösung im Schuldenstreit eine neue Rezession. „Selbst wenn der Grex...

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Athen (APA/Reuters) - Griechenland droht Experten zufolge auch bei einer Lösung im Schuldenstreit eine neue Rezession. „Selbst wenn der Grexit letztlich vermieden werden kann, sehen wir für Griechenland dennoch den Rückfall in eine schwere Rezession“, sagte der Chefvolkswirt der deutschen DZ Bank, Stefan Bielmeier, am Mittwoch.

Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr voraussichtlich um zwei Prozent zurückgehen und könnte 2016 mit 3,8 Prozent fast doppelt so kräftig einbrechen. „Die politischen und finanziellen Turbulenzen werden auf die Ausgabebereitschaft von Unternehmen und privaten Haushalten voll durchschlagen“, sagte Bielmeier. „Hinzu kommt, dass der griechische Staat faktisch insolvent ist, sodass auch der Staatsverbrauch die gesamtwirtschaftliche Nachfrage bremsen wird.“ Die Arbeitslosenquote, die mit rund 26 Prozent ohnehin die höchste in der EU, werde weiter steigen.

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Komme es zu einem Euro-Abschied, werde der Einbruch noch heftiger ausfallen. „In einem solchen Risikoszenario könnte der Einbruch des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr bei über drei Prozent und im kommenden Jahr bei über acht Prozent liegen“, sagte Bielmeier. „Eine Schockstarre würde die gesamte hellenische Volkswirtschaft erfassen, die schnelle Rückkehr des griechischen Staates an den Kapitalmarkt wäre noch unwahrscheinlicher.“

Auch der weltgrößte Kreditversicherer Euler Hermes prophezeit ein Rezessionsjahr. „Insgesamt erwarten wir, dass das Bruttoinlandsprodukt in Griechenland in diesem Jahr um 1,5 Prozent sinken wird“, sagte Chefvolkswirt Ludovic Subran. Komme es zum einem Austritt aus EU und Eurozone, werde die Wirtschaftsleistung in den ersten zwölf Monaten sogar um 15 Prozent einbrechen. „Die wirtschaftliche Lage in Griechenland hat sich durch die Ereignisse in den letzten Tagen für alle Branchen zugespitzt“, sagte Subran. Besonders die Kapitalkontrollen lähmten die Konjunktur. Seit voriger Woche sind die griechischen Banken geschlossen. Täglich können die Griechen höchstens 60 Euro pro Konto abheben. Auslandsüberweisungen muss die Zentralbank genehmigen.

Nach langer Krise war das Bruttoinlandsprodukt 2014 mit 0,8 Prozent erstmals wieder gewachsen. Die EU-Kommission hatte noch im Frühjahr mit einem Plus von 0,5 Prozent in diesem und von 2,9 Prozent im kommenden Jahr gerechnet.


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