Nicht endgültig geparkt: Stadt ändert Zeitzonen

Bürgerbeschwerden beschleunigten die Änderung des Parkraumkonzepts. Stadtsenat hat Regelungen in Hötting, Wilten und im Saggen überarbeitet.

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Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider präsentierte heute die geplanten Maßnahmen, die aufgrund der Evaluierung des Parkraumkonzepts umgesetzt werden sollen.
© IKM/Hofer

Von Maximilian Schnabl

Innsbruck – Eine Parkstraße weniger, längere Parkmöglichkeiten und zeitlich ausgedehnte Kurzparkzonen: Mit diesen Maßnahmen nimmt der Innsbrucker Stadtsenat Teile des seit dem Vorjahr Schritt für Schritt erweiterten Parkraumkonzepts zurück. Beschwerden und Anregungen aus der Bevölkerung führten zu einem Umdenken. Die zuständige Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider (Grüne) präsentierte am Dienstag die beschlossenen Anpassungen, die vorrangig die Stadtteile Saggen, Hötting und Wilten betreffen. Der Stadtsenat gab bereits grünes Licht, über die Umsetzung entscheidet der Gemeinderat in seiner morgigen Sitzung.

Im Saggen wird die gebührenpflichtige Kurzparkzonenregelung mit einer maximalen Parkdauer von 90 Minuten bis 21 Uhr wieder gekippt. Geplant ist die Wiedereinführung der früheren Regelung in der Karl-Kapferer-Straße und der Siebererstraße: Die Kurzparkzone gilt nur werktags und bis 19 Uhr, Autofahrer können 180 Minuten parken. „Damit möchten wir erreichen, dass die Besucher, die ihren Abend in der Innenstadt verbringen, nicht mehr auf Dreiheiligen ausweichen und den dortigen Anrainern die Parkplätze wegnehmen“, argumentiert Pitscheider.

In Wilten-West beklagten sich Anrainer über fehlende Stellplätze. Deshalb verkürzt die Stadt die Parkdauer von 180 auf 90 Minuten und dehnt diese Regelung auf weitere Straßen beim Westfriedhof bis 21 Uhr aus; samstags wird künftig von 9 bis 13 Uhr abgerechnet: Maximilianstraße, Speckbacherstraße, Müllerstraße, Andreas-Hofer-Straße, Egger-Lienz-Straße, Fritz-Pregl-Straße, Schöpfstraße und Peter-Mayr-Straße sowie das gesamte Areal, das von diesen Straßen umschlossen wird, sind davon berührt.

In Hötting soll die angepeilte Parkstraße doch nicht kommen. Für Pitscheider war die Parkstraße eigentlich als Vorteil für die Wohnbevölkerung gedacht, „eine Höttinger Bürgerinitiative hat sich aber ganz klar dagegen ausgesprochen“. Die Kurzparkzone mit 180 Minuten bleibt bestehen. Lediglich zwischen Speckweg und Hocheggweg im Bereich der Schneeburggasse will die Stadt ab 31. August eine Parkstraße ausweisen.

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Dass die Parkzonen auf die Stadtteile Mühlau, Sieglanger oder Mentlberg ausgeweitet werden, dafür sieht Pitscheider noch keine Notwendigkeit. „Wir werden sehr genau beobachten, wie sich die Regelungen in den benachbarten Zonen auswirken.“ In Mühlau gebe es aber bereits den Wunsch nach einer Parkraumbewirtschaftung.

Nach wie vor Proteste hagelt es von der Innsbrucker VP. Sie wird den Änderungen nicht zustimmen. „Die neue Parkraumbewirtschaftung ist unausgegoren, eine reine Abzocke und belastend für die Menschen und die Wirtschaft in Innsbruck“, kritisiert Stadtrat Franz Gruber. Seine Parteikollegin GR Barbara Traweger-Ravanelli fordert außerdem „eine externe Evaluierung“ unter Einbindung der Bevölkerung.


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