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Bambini-Turnier in Kufstein: Klein, aber professionell

Bereits zum 45. Mal misst sich in dieser Woche der Tennis-Nachwuchs beim internationalen Bambini-Cup in Kufstein.

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Mavie Österreicher erreichte beim Bambini-Cup die nächste Runde.
© Osterauer

Von Daniel Suckert

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Kufstein – „Ich komme einfach nicht unter den Ball“, schreit der britische Nachwuchsspieler grantig und verzweifelt zugleich in Richtung seines Trainers, der im Schatten hinter dem Zaun sitzt. Mit stoischer Ruhe entgegnet dieser seinem Schützling: „Du bewegst dich schlecht.“ Einen Moment später nimmt der Frust überhand, das Weinerliche weicht aus dem Gesicht des 14-Jährigen und schon donnert sein schwarz-gelb-weißes Babolat-Racket auf den Boden. Sein Coach schüttelt den Kopf, greift zum Handy und straft sein Rumpelstilzchen mit Ignoranz.

Erfolgsrezept für die Stars von übermorgen

Auszucker der Marke John McEnroe gehören beim 45. Bambini Cup aber zur absoluten Ausnahme, wie die gute Seele des Turniers, Robert Köstlinger (Organisator), mit einem Lächeln bestätigt. Seit über 25 Jahren betreut „Mister Bambini“ das internationale Nachwuchsturnier. Sein Leitsatz hat sich in all den Jahren nicht verändert: „Eine Mischung aus Professionalität und persönlicher Betreuung.“ Ein Erfolgsrezept, das die Stars von übermorgen sogar aus Mexiko, Australien oder Hongkong anlockt.

Professioneller sind ebenso die weiblichen wie männlichen Akteure geworden, wie Köstlinger berichtet. „Vor Jahren haben die Kids mit viel Topspin gespielt, heute kommt der nur in Bedrängnis zum Einsatz.“

Trainiert wird ab sieben Uhr Früh, zum Dehnen kommen professionelle Thera­bänder zum Einsatz und nach getaner Match-Arbeit gehört – egal ob bei Sieg oder Niederlage – das Auslaufen zur Pflicht wie der Griff zur Wasserflasche. Köstlinger: „Obwohl ihnen die Hitze nichts anzuhaben scheint. Bei vielen hat man das Gefühl, sie schwitzen gar nicht.“

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Eltern sind ruhiger geworden

Die oftmals (zu) fanatischen Eltern haben über die Jahre ebenso dazugelernt. Mussten Köstlinger und Co. einst die Erziehungsberechtigten aus praktisch jedem Versteck hinter den Zäunen wegen unerlaubten Coachings verwarnen, hat sich dieses Bild sehr zum Positiven gewandelt: „Ob Trainer oder Eltern – mittlerweile wird nur mehr mit wenigen, kurzen Gesten gearbeitet.“

Die Stars von übermorgen beim "Chillen" - 15 Helferlein kümmern sich um alles, was beim Bambini Cup anfällt.

Fragt man bei den Teenagern nach ihren Vorbildern, dann fällt oft der Name Roger Federer. Doch der 17fache Grand-Slam-Sieger steht klar im Schatten des spanischen Matadors Rafael Nadal. Da kann auch die momentane sportliche Krise des Mallorquiners nichts daran ändern. Sein Babolat-Racket gehört neben Federers Wilson-Modell zum meistgesehenen Schläger.

Die Vorbereitungszeit bis zum nächsten Einsatz verbringen die Kids hauptsächlich im Schatten. In der einen Hand eine Getränkeflasche, in der anderen ihr Handy. Die Tennistaschen stehen gesammelt auf einem Haufen – die der Mädchen sind meist mit einem Anhänger markiert. Da gehören kleine Bären zum beliebtesten Glücksbringer.

Chauffeur für die Tennis-Talente

Dass sich in Sachen Beliebtheit nichts am Bambini Cup ändert, dafür sorgen 15 Leute (Turnierleitung) und sechs Chauffeure, die die Youngsters noch bis zum Samstag hin und her kutschieren werden. Und wenn am Wochenende die letzten Finali gespielt sind, dann beginnt für Köstlinger bereits die Vorbereitung für das nächste Jahr: Denn „nach dem Turnier ist vor dem nächsten Turnier“.


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