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Heftige Kontroversen um geplantes Flüchtlingsheim

Ein Haus in Reith wurde für die Unterbringung von Asylwerbern angeboten. Die Gespräche befinden sich am Anfang.

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© Verena Hofer

Von Verena Hofer

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Reith b. K. –Frühzeitig will man in Reith die Gemeinde von dem geplanten Flüchtlingsheim an der Landesstraße (vor dem Bodner Wald) informieren. Eine Besitzerin hat ihr Haus für die Unterbringung von Asylwerbern angeboten. „Es gibt noch keine Vertragsgespräche, wir wollten zuerst die Gemeinde informieren“, erklärten Georg Mackner und Florentina Schiessendoppler, die Vertreter der Flüchtlingskoordination des Landes, bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Wie viel Zündstoff das Thema birgt, zeigte sich bei der zum Teil heftig geführten Diskussion.

Die Gemeinde Reith ist bekannt für die hohen Grundstückspreise und ein beliebter Urlaubsort. Nun könnten zwischen 45–50 Flüchtlinge dort vorübergehend eine neue Heimat finden. Das Haus soll als Selbstversorgerheim, wie der Kitzbüheler Seehof, geführt werden. In jedem Apartment befinden sich Sanitäranlagen. Beide Häuser haben die gleiche Besitzerin, Synergien sollen auch bei der Betreuung genutzt werden. „Die Anbieterin muss die Adaptierungen selbst machen. Die Einrichtung wird von uns gestellt“, erklärt Mackner die Vorgehensweise und ergänzt, dass man sich noch ganz am Anfang der Gespräche befindet. Auf der Flucht sind vor allem Menschen aus Syrien und dem Irak.

Über die Aufnahme von Flüchtlingen hat der Reither Gemeindevorstand bereits im Vorfeld diskutiert. Die Anzahl ist der Gemeinde zu hoch. „Es soll eine sinnvolle Größe sein. Ich kann mir bis zu 25 Flüchtlinge vorstellen“, sagt Bürgermeister Stefan Jöchl. Rechnet man nach der derzeitigen Quote, dann müsste die 1700 Einwohner zählende Gemeinde rund 13 Aslywerber aufnehmen. „Warum sollen wir mehr als 13 aufnehmen? Wir sollen das nehmen, was uns zusteht“, fordert GV Josef Dagn und begründet seine Entscheidung, indem er hinter den Einheimischen stehe. „Wir werden wohl 5–6 Familien aushalten können“, appelliert GV Walter Obermoser und verweist auf die schwierige Situation der Geflüchteten: „Früher in der Ungarnkrise, wo wir noch weniger Wohlstand hatten, haben wir trotzdem geholfen.“ Ein Blick wurde auch über die Gemeindegrenzen gewagt. In St. Johann sind bei rund 9000 Einwohnern elf Asylwerber untergebracht, im Kitzbüheler Seehof rund 40.

Gegen eine Beschlussfassung und eine fixe Zahl an aufzunehmenden Flüchtlingen spricht sich GR Sebastian Hölzl aus: „Zuerst soll mit den Anrainern gesprochen werden.“ Auf eine Entscheidung pochte Vizebürgermeister Hansjörg Jöchl, jedoch ohne Erfolg. Die allfällige Beschlussfassung, wie auf der Tagesordnung vorgesehen, musste verschoben werden. „Der Konsens ist da, jedoch gibt es keinen Gemeinderatsbeschluss“, fasste Jöchl das Ergebnis zusammen. Am Dienstag findet erneut eine Gemeinderatssitzung statt.

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