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Salzburger Festspiele - „Figaro“ vollendet neuen Da Ponte-Zyklus

Salzburg (APA) - Im ersten Jahr als künstlerischer Leiter drückt Sven-Eric Bechtolf den Salzburger Festspielen einen weiteren wichtigen Stem...

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Salzburg (APA) - Im ersten Jahr als künstlerischer Leiter drückt Sven-Eric Bechtolf den Salzburger Festspielen einen weiteren wichtigen Stempel auf: Mit „Le nozze di Figaro“ vollendet er am Dienstag (28. Juli) seinen Da Ponte-Zyklus. Luca Pisaroni, Anett Fritsch, Martina Jankova und Adam Plachetka stehen sich im liebestollen Ränkespiel gegenüber, die Wiener Philharmoniker dirigiert der junge Israeli Dan Ettinger.

Obwohl es sich um Komödien handelt, ist mit Da Ponte in Salzburg nicht zu spaßen: Die drei Mozart-Opern mit den Libretti von Lorenzo da Ponte, „Cosi fan tutte“, „Don Giovanni“ und eben „Figaro“, sind so etwas wie die Säulen der Mozart-Huldigung in der Geburtsstadt - sie halten viel Gerüttel aus, aber einstürzen dürfen sie nicht. Von 2006 bis 2012 lag die Inszenierung in den Händen von Claus Guth, der 2013 begonnene und 2016 in seiner Gesamtheit programmierte Zyklus von Bechtolf sorgte bei Kritik und Publikum bisher für gemischte Gefühle.

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Die „Cosi“ fiel 2013 geradezu einhellig durch, wurde von der Presse als „ideenblass“, „belanglos“ und „selbstgefällig“ getadelt und vom Publikum schon vor der Pause ausgebuht. Günstiger erging es dem szenisch ins Hotel verlagerten „Don Giovanni“ im Vorjahr, Euphorie löste aber auch dieser zweite Streich nicht aus. Für Bechtolfs Regiekonzept sind die beiden ersten Teile aber ohnehin kein tauglicher Prädiktor. Es sei ihm nicht wichtig, einen Bogen über die drei Stücke zu spannen - denn der ergebe sich von selbst, hatte Bechtolf im APA-Interview erklärt.

„Alle drei Opern setzen sich mit Liebe und Sexualität unter sehr verschiedenen Perspektiven auseinander“, so Bechtolf. „‘Cosi‘ ist die Abrechnung mit der didaktischen Desillusionierung durch die Aufklärung, ‚Don Giovanni‘ ist die bange Ahnung der sozialen Sprengkraft unserer Triebnatur, und ‚Figaro macht die Bindungs- und Versöhnungskräfte der Sexualität und Liebe in einer utopischen Volte deutlich. Das ist freilich nur meine Lesart - aber dass es sich um Weltuntersuchungen auf intimstem Gebiet handelt, ist wohl unbestritten.“

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Kritik regnete es in den beiden Vorjahren allerdings auch für die Musik, allen voran für Dirigent Christoph Eschenbach. Er war für Franz Welser-Möst eingesprungen, der die Trilogie in einem Zwist mit Ex-Intendant Alexander Pereira rund um Fragen der Disposition abgegeben hatte. Den „Figaro“ hat man nun in die Hände des erst 44-jährigen Dan Ettinger gelegt, Generalmusikdirektor in Mannheim. 2016 wird er die Wiederaufnahme leiten, Eschenbach abermals den „Don Giovanni“ dirigieren und Alain Atlinoglu die „Cosi“ übernehmen.

Das diesjährige Sängerquartett ist in Salzburg bewährt: Luca Pisaroni, in den Vorjahren als Guglielmo („Cosi“) und als Leporello („Don Giovanni“) im Einsatz, gibt den Grafen Almaviva. Anett Fritsch springt für Genia Kühmeier ein - die Gräfin sang sie heuer bereits im Theater an der Wien, im Salzburger Da Ponte-Zyklus war sie im Vorjahr Donna Elvira. Martina Jankova, 2013 schon in der „Cosi“ verpflichtet, ist heuer die umkämpfte Susanna. Figaro-Darsteller Adam Plachetka spielte schon früher in der Guth-Version der Trilogie mit. Daneben sind Margarita Gritskova als Cherubino und Ann Murray als Marcellina zu sehen. Sieben Vorstellungen des „Figaro“ sind im Haus für Mozart angesetzt, für einige Termine gibt es noch Karten.

(S E R V I C E - „Le nozze di Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart; Regie: Sven-Eric Bechtolf, Dirigent: Dan Ettinger; Bühne: Alex Eales; mit Luca Pisaroni, Anett Fritsch, Martina Jankova, Adam Plachetka; Premiere am 28. Juli, Haus für Mozart; weitere Vorstellungen am 2., 5., 9., 12., 15. und 18. August. http://www.salzburgerfestspiele.at)


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