Das kleine blaue Wunder

Kugelrund und tiefblau sind die schmackhaften Super-Früchte aus Wald und Wiese: die Heidelbeeren. Die Vitaminbomben senken das Krebsrisiko und beugen Falten vor.

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Von Miriam Hotter

Innsbruck –Wer zwischen Juli und September mit blauen Fingern herumläuft, der hat wohl gerade mit Füllfeder geschrieben oder Heidelbeeren gepflückt. Weil zu diesem Zeitpunkt Sommerferien sind, ist eher Letzteres der Fall. Jedes Jahr streichen Tiroler durch Wald und Wiese auf der Suche nach den blauen Beeren. Kein Wunder – sie schmecken nicht nur köstlich, sondern sind auch wahre Superfrüchte.

Das bestätigt Agnes Frischmann von „Frischmann Beerenland“ in Umhausen. „Heidelbeeren enthalten viel Vitamin C und E. Zudem beugen sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor“, nennt die 49-Jährige ein Beispiel. Außerdem sind die blauen Kügelchen reich an Antioxidantien, die nicht nur das Krebsrisiko minimieren, sondern auch dem Alterungsprozess entgegenwirken – quasi natürliches Anti-Aging. Zusätzlich senken sie den Blutzuckerspiegel und stärken die Sehkraft, wie Pierre Jean Cousin in seinem Buch „Die 150 besten Lebensmittel für die Gesundheit“ schreibt.

Eine Power-Frucht, die ihre Kräfte heuer besonders stark entfalten kann. „Das liegt am warmen Wetter“, erklärt Frischmann, die 50 Heidelbeerstöcke besitzt. Pro Stock können sie und ihr Mann Herbert bis zu zweieinhalb Kilogramm Beeren ernten – genauer gesagt Kulturheidelbeeren, welche im Gegensatz zu Waldheidelbeeren etwas größer sind, eine hellblaue Schale und weißes Fruchtfleisch besitzen. „Früher sagte man auch ,falsche Heidelbeere‘ dazu“, sagt die Beeren-Bäuerin. Nicht zu verwechseln mit der blau gefärbten Rauschbeere, deren Fruchtfleisch ebenfalls hell ist.

Für die Ernte von einem Kilogramm Heidelbeeren brauche Frischmann rund 45 Minuten. Die Ernte im Wald dürfte etwas länger dauern – und ist zudem gefährlicher. Auf den Waldheidelbeeren (auch Moosbeeren genannt) können nämlich Eier des Fuchsbandwurmes haften, warnen Ernährungsexperten. Dessen Larven können den menschlichen Organen schaden. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man die gesammelten Früchte vor dem Verzehr deshalb gründlich waschen – und dann ohne schlechtes Gewissen zugreifen, denn: 100 Gramm Heidelbeeren enthalten gerade einmal 36 Kalorien.

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Wer sie lieber später genießen möchte, kann die Beeren – richtig gelagert – auch bis zu einer Woche lang aufbewaren. „Unser Lagerraum hat eine Temperatur von vier Grad Celsius. Heidelbeeren mögen es also kühl und trocken“, erklärt Frischmann. Die Früchte könne man auch ebenso gut einfrieren.

Anschließend lässt sich alles Mögliche aus den blauen Kügelchen zaubern: Egal ob Heidelbeerschmarrn, Heidelbeersorbet, Sirup oder Schnaps – die Liste ließe sich endlos fortführen. „Sogar die Blätter kann man verwenden“, weiß Frischmann. Etwa für harntreibende Tees. Ein Sud aus Heidelbeerblättern wird in der Volksheilkunde zudem nicht nur bei Magen-Darm-Problemen, sondern auch bei Entzündungen im Rachenraum sowie Zahnfleischentzündung eingesetzt. Also nichts wie ab in den Wald!

Heidelbeer-Tarte mit leichter Topfenkuchennote

Zutaten für den Mürbteig: 60 g Zucker, 120 g Butter, 180 g Mehl, 1 Prise Salz.

Zutaten für den Belag: 250 g Topfen, 50 ml Sahne, 1 Ei, 5 EL Zucker, 1/2 Packung Puddingpulver (Vanillegeschmack), 1 Prise Salz, 3 Handvoll Heidelbeeren.

Zubereitung: Die Teigzutaten gut miteinander verkneten. Backpulver ist hier nicht nötig. Dann mindestens 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellen. Den Ofen auf 180° vorheizen. Danach den Teig in eine gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Tarte- oder Obstbodenform gleichmäßig mit den Händen eindrücken. 10 Minuten vorbacken. Für den Belag alle Zutaten miteinander mit dem Schneebesen verrühren, vorsichtig, damit die Beeren nicht kaputtgehen. Dann auf den vorgebackenen Mürbteig fließen lassen und alles nochmal etwa 25 Minuten backen. Die Tarte kann herausgenommen werden, wenn die Masse bis in die Mitte gestockt ist. Fertig. Die Tarte sieht mit den Beeren, die beim Backen aufplatzen, sehr gut aus.


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