Entgeltliche Einschaltung

Leiter von politischem Büro der Taliban in Katar zurückgetreten

Kabul/Doha (APA/AFP) - Im Streit um die Führung der afghanischen Taliban nach dem Tod ihres langjährigen Anführers Mullah Omar ist der Leite...

  • Artikel
  • Diskussion

Kabul/Doha (APA/AFP) - Im Streit um die Führung der afghanischen Taliban nach dem Tod ihres langjährigen Anführers Mullah Omar ist der Leiter ihres politischen Büros in Katar zurückgetreten. Tajeb Agha teilte am Montag mit, er gebe seinen Posten auf, um „mit reinem Gewissen gemäß den Prinzipien von Mullah Omar“ zu leben. Er werde in dem Führungsstreit keine Seite unterstützen.

Die Erklärung wurde auf einer Website veröffentlicht, die regelmäßig von dem Taliban-Büro in Doha benutzt wird, und von Mitgliedern der radikalislamischen Bewegung bestätigt. Agha kritisierte, dass die Nachricht vom Tod des langjährigen Taliban-Chefs vom neuen Kommandanten Mullah Akhtar Mansour (Achtar Mansur) zwei Jahre lang geheim gehalten wurde. „Ich betrachte dies als historischen Fehler“, erklärte der Leiter des politischen Büros in Doha, das 2013 gegründet worden war, um Friedensgespräche mit der Regierung zu erleichtern. Die Ernennung des neuen Anführers hätte im Konsens und in Abstimmung mit den Taliban in Afghanistan erfolgen müssen, sagte Agha.

Entgeltliche Einschaltung

Die islamistische Gruppe hatte am Freitag Mansour zu ihrem neuen Anführer gewählt, nachdem sie mitgeteilt hatte, dass Mullah Omar vor zwei Jahren gestorben sei. Die Ernennung Mansours, der als relativ gemäßigt und pragmatisch gilt, wurde aber von bedeutenden Teilen der Taliban nicht anerkannt. Hintergrund sind offenbar Differenzen wegen Mansours Nähe zur pakistanischen Regierung und seiner Befürwortung von Friedensgesprächen mit der afghanischen Regierung.

Laut Taliban-Mitgliedern wurde Mansour nur von einer Handvoll der 20 Mitglieder der Quetta-Shura unterstützt, dem in der pakistanischen Großstadt Quetta ansässigen Führungsgremium der Taliban. Auch Mullah Omars Sohn, sein Bruder und andere Angehörige verweigerten Mansour die Gefolgschaft. Mehrere Taliban kritisierten, dass Mansour ihnen den Tod von Mullah Omar verschwieg und bis vor kurzem noch Erklärungen in seinem Namen herausgab.

TT-ePaper 4 Wochen gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, ohne automatische Verlängerung


Kommentieren

Entgeltliche Einschaltung