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Vatikan warnt vor Anerkennung von „Islamischem Staat“

Der vatikanische Außenminister, Erzbischof Paul Richard Gallagher, warnt die Welt, das durch die Terrormiliz IS eroberte Gebiet irgendwann als Staat anzuerkennen.

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Symbolfoto
© REUTERS/Rossi

Vatikanstadt – Der Vatikan warnt davor, die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) als ein staatliches oder territoriales Gebilde anzuerkennen. Die internationale Gemeinschaft dürfe sich nicht mit der Eroberung von Gebieten durch den IS und dem Aufbau staatlicher Strukturen abfinden, sagte der vatikanische Außenminister, Erzbischof Paul Richard Gallagher, der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ (Dienstag), wie Kathpress berichtete.

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„Der Kampf gegen den IS erfordert eine globale Strategie. Er ist nicht das Problem einer einzigen Region“, so der Brite. Er warnte insbesondere vor einem Auseinanderbrechen des Irak in einen sunnitischen, schiitischen und einen kurdischen Teil. Um dies zu verhindern, brauche der Irak mehr internationale humanitäre und politische Unterstützung.

Weiter betonte der Erzbischof in dem Interview, der Heilige Stuhl begrüße das Atomabkommen mit dem Iran. „Es ist wirklich positiv, dass man eine für alle Parteien befriedigende Lösung erreicht hat“, sagte Gallagher. Politische Lösungen im Nahen und Mittleren Osten müssten auf einem Zusammenspiel zwischen regionalen und globalen Kräften, auf Dialog und dem unbedingten Willen zum Frieden beruhen.

Aus Sicht des vatikanischen Außenministers ist Russland für den Frieden im Mittelmeerraum ein wichtiger Akteur. „Die Russische Föderation kann für die Stabilisierung des Mittelmeers eine Rolle spielen, wie sie sie beim Nuklearabkommen mit dem Iran gespielt hat.“

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Mit Blick auf die Griechenlandkrise und die EU kritisierte Gallagher einen einseitigen Schwerpunkt auf ökonomischen Aspekten im Zuge der europäischen Einigung. Die Wirtschaft müsse immer im Einklang mit den kulturellen, politischen und ethischen Werten stehen, die Europa auszeichneten. (APA)


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