Anschlag in Bangkok - Hintergründe weiter unklar

Bangkok (APA) - Über die Hintergründe des Anschlags in Bangkok, der nach jüngsten Berichten zwischen 15 und 27 Todesopfer sowie etwa 80 Verl...

Bangkok (APA) - Über die Hintergründe des Anschlags in Bangkok, der nach jüngsten Berichten zwischen 15 und 27 Todesopfer sowie etwa 80 Verletzte gefordert hat, herrschte Montagabend weiter Unklarheit. Die Militärregierung hat einen „War Room“ eingerichtet. Sie sieht in dem Anschlag einen Versuch, die thailändische Tourismus-Industrie zu zerstören.

Als mögliche Urheber kommen Gegner der Militärjunta von Ministerpräsident Prayuth Chan-ocha beziehungsweise Anhänger des Clans des 2006 gestürzten Premiers Thaksin Shinawatra infrage. Im Februar gab es einen kleinen Anschlag in der Nähe des Explosionsortes in Chit Lom von Montagabend. Der damals gezündete Sprengsatz am Eingang des Luxus-Einkaufszentrums Siam forderte „nur“ Verletzte. Auch weitere Anschläge in der Vergangenheit in Bangkok waren vergleichsweise weniger folgenschwer.

Auch die seit vielen Jahren im Süden des Landes aktiven muslimischen Separatisten, die die Abspaltung vom mehrheitlich buddhistischen Thailand anstreben, kämen theoretisch als Urheber infrage. Tatsächlich gibt es fast täglich Angriffe oder Bombenanschläge mit vielen Toten in der an Malaysia grenzenden Region. Auch ein Bombenanschlag auf der Ferieninsel Koh Samui im April mit sieben Verletzten könnte auf das Konto der Separatisten gehen.

Ein Bombenanschlag in der Größenordnung, wie er sich im bei Touristen und wohlhabenden Thais beliebten Viertel Ratchprasong beim hinduistischen Erawan-Schrein ereignet hat, ist ungewöhnlich für Thailand. Daher kann wohl nicht ausgeschlossen werden, dass andere Gruppen für das Attentat verantwortlich sind. Auch die Tatsache, dass besonders viele Chinesen unter den Anschlagsopfern sind, könnte ein Indiz dafür sein.


Kommentieren