Kulturherbst 2 - Snowden, Jobs und Armstrong auf der Kinoleinwand

Wien/Hollywood (APA) - Nichts für schwache Nerven ist der Low-Budget-Psychothriller „The Visit“ (ab 24. September), in dem „Sixth Sense“-Reg...

Wien/Hollywood (APA) - Nichts für schwache Nerven ist der Low-Budget-Psychothriller „The Visit“ (ab 24. September), in dem „Sixth Sense“-Regisseur M. Night Shyamalan Monster-Großeltern aufstachelt. Als „Glücksfall für das Horror-Genre“ bezeichnete der „Spiegel“ den Indie-Überraschungshit „It Follows“ (18. September), in dem ein Fluch via Sex übertragen wird.

Neues gibt es auch von zwei Fixsternen im Gruselgenre: Guillermo del Toro inszeniert Tom Hiddleston und Mia Wasikowska in der Gothic-Love-Story „Crimson Peak“ (ab 15. Oktober) im ländlichen Nordengland zur Jahrhundertwende, und der spanische Autorenfilmer Alejandro Amenabar erzählt mit Ethan Hawke und Emma Watson in „Regression“ (ab 1. Oktober) von einem weite Kreise ziehenden Missbrauchsfall.

Ihren festen Platz in Hollywood haben auch große historische Stoffe: Tom Hanks verkörpert in Steven Spielbergs im Kalten Krieg angesiedelten Spionagethriller „Bridge of Spies - Der Unterhändler“ (ab 27. November) einen Anwalt, der einen in Russland festgehaltenen, der Spionage verdächtigten US-Piloten befreien soll; Ron Howard veröffentlicht nach deutlicher Verzögerung mit „Im Herzen der See“ (ab 4. Dezember) die Geschichte hinter „Moby Dick“ und Robert Zemeckis inszeniert in „The Walk“ (ab 23. Oktober) den legendären Drahtseilakt von Philippe Petit zwischen den New Yorker Twin Towers im Jahr 1974. Ein paar Jahrzehnte später schrieb dann Edward Snowden Geschichte - ein realer Thriller, den Oliver Stone in „Snowden“ (ab 8. Jänner, in den USA bereits ab 25. Dezember) inszeniert. Als Petit ebenso wie als Snowden ist Joseph Gordon-Levitt zu sehen.

Mit Aaron Sorkins‘ „Steve Jobs“ (ab 12. November) mit Michael Fassbender als Apple-Gründer und Stephen Frears‘ Sportdrama „The Program“ mit Ben Foster als geächtetem Ex-Radsportler Lance Armstrong erscheinen zwei weitere Biopics über große Persönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte. Mit Spannung erwartet wird auch Johnny Depps Darstellung des berüchtigten Mafiabosses Whitey Bulger in Scott Coopers Krimi „Black Mass“ (ab 16. Oktober), der bei den Filmfestspielen Venedig Weltpremiere feiert.

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Einst fix gebucht in Mafiadramen, ist Robert de Niro mittlerweile mehr im seichten Komödienfach verortet: In „The Intern“ (ab 25. September) gibt er den älteren Praktikanten einer Mode-Website-Chefin, gespielt von Anne Hathaway. Familientauglich ist auch das Fantasy-Abenteuer „Pan“ (9. Oktober), das mit u.a. Hugh Jackman als Blackbeard die Ursprungsgeschichte von „Peter Pan“ erzählt. Kinderlieblinge von einst werden auch im Animationsfach wieder hervorgekramt: So erleben „Der kleine Prinz“ (ab 11. Dezember) und „Die Peanuts“ (ab 24. Dezember) ihre Wiederauferstehung auf der Leinwand. Unangefochtenes Animationshighlight bleibt aber das neueste Pixar-Meisterwerk „Alles steht Kopf“ (1. Oktober), das die Gefühle eines Mädchens auf berührend-amüsante Weise visualisiert und beim Filmfestival von Cannes mit einhelliger Begeisterung aufgenommen wurde.

Mit teils veritabler Verspätung findet auch das eine oder andere Festivaljuwel endlich in die heimischen Kinos. Freunde des US-Independentkinos kommen mit dem Sundance-Hit „Me and Earl and the Dying Girl“ (ab 23. Oktober) und der von Kristen Stewart und Jesse Eisenberg angeführten Kiffer-Komödie „American Ultra“ (ab 16. Oktober) voll auf ihre Kosten. Für Anhänger geschätzter Arthouse-Unterhaltung brillieren Charlotte Rampling in Andrew Haighs Drama „45 Years“ (ab 25. September), Robert Pattinson als James-Dean-Fotograf Dennis Stock in Anton Corbijns „Life“ (ab 25. September) und Michael Fassbender in der skurrilen Bandkomödie „Frank“ (ab 4. September).

Für Schrecken statt Lacher sorgt der Deutsch-Ire Fassbender dann an der Seite von Marion Cotillard als brutaler König in Justin Kurzels düsterer Verfilmung des Shakespeare-Klassikers „Macbeth“ (ab 30. Oktober). Mit niedrigeren Erwartungshaltungen, glaubt man der internationalen Kritik, sollte man an Terrence Malicks neuester Sinnsuche „Knight of Cups“ (ab 11. September) und Woody Allens neuestem Komödien-Streich „Irrational Man“ (ab 13. November) begegnen, wenn die beiden Altmeister mit Christian Bale und Natalie Portman bzw. Joaquin Phoenix und Emma Stone vielversprechende Paare in Szene setzten.

Weiter warten heißt es bei drei definitiven Oscar-Kandidaten, die nach dem US-Kinostart rund um Weihnachten erst im Jänner hierzulande starten: Regisseur David O. Russell und Jennifer Lawrence gehen mit der Tragikomödie „Joy - Alles außer gewöhnlich“ (1. Jänner) über Wischmopp-Erfinderin Joy Mangano zum dritten Mal gemeinsam auf Oscar-Kurs, Alejandro Gonzalez Inarritu legt nach seinem Oscar-gekrönten Meisterwerk „Birdman“ den düsteren Western-Thriller „The Revenant“ (ab 15. Jänner) nach. Darin schickt er Leonardo DiCaprio als Abenteurer Hugh Glass auf Rachefeldzug durch den Wilden Westen. In den führt es drei Jahre nach seinem Sklavenwestern „Django Unchained“ auch Kultregisseur Quentin Tarantino: Kurt Russell führt in „The Hateful Eight“ (ab 29. Jänner) eine Gruppe Außenseiter durch die verschneiten Weiten der USA. Und passt damit gut in den Kinowinter.


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