Hitzige Facebook-Debatte

Werbung für Müller-Milch: Gabalier erzürnt Bauernbund

Der Volks-Rock'n'Roller wirbt für Müller-Milch.
© YouTube/Screenshot

Ein kerniger Steirerbua als grinsendes Werbegesicht für einen deutschen Milch-Konzern? Mit seiner Werbung für deutsche Buttermilch zieht Andreas Gabalier den Zorn der österreichischen Bauern auf sich. Das sorgt für hitzige Diskussionen auf Facebook.

Innsbruck – Aus seiner Liebe zur Heimat machte Volksmusiker Andreas Gabalier noch nie einen Hehl. Auf und auch abseits der Bühne geizt der kernige „Steirerbua“ nicht mit seinem Patriotismus. Noch vor einigen Monaten sorgte Gabalier mit seiner „töchterlosen“ Bundeshymne für Aufregung. Nun geriet der Steirer abermals ins Kreuzfeuer. Grund ist sein neuer Werbe-Deal für den deutschen Milchkonzern Müller. Dort zeigt sich der Volks-Rock‘n‘Roller als grinsendes Testimonial für Fruchtbuttermilch aus der Flasche.

Ein heimatliebender Gabalier als Werbeträger für eine deutsche Milch-Firma? Dies stößt dem österreichischen Bauernbund sauer auf. Der Vorwurf: „falscher Patriotismus“. Eine gedruckte Werbung der Handelskette Penny ist den Landwirten offenbar ein Dorn im Auge. Gabaliers Unterschrift auf dem Inserat zeige, dass ihm die „importierte“ Milch schmeckt – ein Affront, findet der Bauernbund. Um ihrem Ärger Luft zu machen posteten die Verantwortlichen am Wochenende auf Folgendes auf Facebook:

Shitstorm gegen Bauernbund

In den Kommentaren unter dem Posting geht es seit der Veröffentlichung heiß her, es wurde ein regelrecher Shitstorm losgetreten. Der pikante Werbe-Deal ruft natürlich auch Gabalier-Kritiker auf den Plan. „Wenn man sich als Patriot ausgibt, dann soll man auch danach handeln und nicht für Geld seine Werte verkaufen“, schrieb beispielsweise ein Facebook-User.

Als ob wir nicht andere Probleme hätten.“
Facebook-Nutzer

Am Ende geriet jedoch der Bauernbund selbst in den Sturm der Entrüstung. Der Bauernbund hätte sich mit dieser Aussage ein Eigentor geschossen, wolle nur Medienpräsenz erreichen und man solle Andreas Gabalier doch Werbung machen lassen, für was er wolle, so das Credo der meisten Kommentatoren. „Ich kenne so viele Österreicher die für ausländische Produkte Werbung gemacht haben, da hat sich keiner aufgeregt, als ob wir nicht andere Probleme hätten“, heißt es unter anderem.

Nutznießer der Aktion dürfte allerdings der Milchproduzent Müller sein, der Dank der Diskussion zusätzliche und kostenfreie Aufmerksamkeit in Österreich erhalten hat. In der Vergangenheit geriet Müller wiederholt wegen des Einsatzes gentechnisch veränderter Futtermittel und seiner Geschäftspolitik gegenüber regionalen Milchbauern in die Kritik, die ihm Dumpingpreise und unfaire Lieferverträge vorwarfen. (tst)