Leitbörsen in Fernost schließen tiefrot

Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben am Freitag den Panik-Modus eingeschaltet und tiefrot geschlossen. Nach der wochenlangen Achter...

Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben am Freitag den Panik-Modus eingeschaltet und tiefrot geschlossen. Nach der wochenlangen Achterbahnfahrt der chinesischen Börsen rutschten die Kurse wieder fast auf ihren jüngsten Tiefstand von vor sechs Wochen. Damit wurden die Ergebnisse der milliardenschweren staatlichen Interventionen seither zunichtegemacht.

Der Hang Seng Index in Hongkong verlor um 347,85 Zähler (minus 1,53 Prozent) auf 22.409,62 Einheiten und damit auf den tiefsten Stand seit acht Monaten. Der Shanghai Composite fiel 156,55 Punkte oder 4,27 Prozent auf 3.507,74 Punkte und liegt damit 32 Prozent unter seinen Höchststand vom 12. Juni, als die Berg- und Talfahrt begann. Auffällig verhielt sich der Index in den letzten Minuten des Handel, in denen es keine Bewegung mehr gab. Analysten vermuten ein Intervenieren der chinesischen Regierung.

Die Sorgen über die zweitgrößte Volkswirtschaft belasteten auch andere Börsen in Tokio, wo der Nikkei-Index für 225 führende Werte unter die kritische Marke von 20.000 Punkten sackte. Der Nikkei-225 Index in Tokio fiel 597,69 Zähler oder 2,98 Prozent auf 19.435,83 Punkte.

Die Märkte in Indien und Australien waren nicht in der Lage sich gegen den Negativtrend zu stemmen. Der Sensex 30 in Mumbai tendierte zuletzt bei 27.366,07 Zählern mit minus 241,75 Punkten oder 0,88 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney fiel 70,7 Zähler oder 1,34 Prozent auf 5.224,80 Einheiten. Die Australische Aktien haben den schlechtesten Monat seit der globalen Finanzkrise im Oktober 2008, schreibt Martin Farrer in Australien. Die asiatischen Aktien gerieten nach der Veröffentlichung der chinesischen Industriedaten in einen Panik-Modus, schreibt er weiter.

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Denn völlig unerwartet fiel ein wichtiger Frühindikator für Chinas Konjunktur auf seinen niedrigsten Stand seit März 2009. Der Einkaufsmanagerindex der verarbeitenden Industrie (PMI), der die Stimmung in den Unternehmen misst, ging auf 47,1 Punkte zurück. Werte über der kritischen Grenze von 50 Punkten deuten auf eine Expansion hin, während darunter von einem Abschwung auszugehen ist. Probleme bereiten der chinesischen Industrie neben steigenden Lohnkosten auch die schwächelnde Nachfrage aus dem Ausland nach chinesischen Waren.

Ein Analyst von ING verweist auf die Schlagkraft der chinesischen Konjunkturdaten: „Momentan ist die Unsicherheit um China der Hauptimpuls an den Märkten. Die heutigen Zahlen haben die Zweifel am globalen Wirtschaftswachstum bestärkt“, wird er vom britischen „Guardian“ auf dessen Homepage zitiert.

Bei den japanischen Einzelwerten hielten sich im Nikkei 225 allein die Anteilsscheine von Hokuetsu Kishu Paper im grünen Bereich. Während die Titel des Papier- und Verpackungsherstellers am Morgen noch deutlich abgesackt waren, kletterte sie schlussendlich auf ein Plus von 0,95 Prozent.

Toyota zieht Insidern zufolge Konsequenzen aus dem weltgrößten Rückruf im Autosektor wegen fehlerhafter Airbags des Zulieferers Takata. Der größte japanische Autokonzern werde bei dem Takata-Rivalen Nippon Kayaku mehr als 13 Millionen Airbag-Gasgeneratoren bestellen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Lieferungen sollten ab Juni 2016 bis 2020 erfolgen. Die Aktien von Toyota und Takata fielen über 3 Prozent. Nippon Kayaku dämmte Verluste auf eine Minus von 1,15 Prozent ein.

In China hielten sich vor allem die Schifffahrtswerte im Plus. So notierten Cosoco Shipping mit jeweils über plus 10 Prozent.


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