Weniger Dampfzüge und das Aus für den Hobbyzug

Die Zillertalbahn will im Jahr 2018 wieder aus den roten Zahlen kommen. Die Elektrifizierung steht weiter im Zukunftsprogramm.

Sparen ist die Devise bei der Zillertalbahn. Dampfzüge wird es ab dem nächsten Jahr nur noch an fünf Tagen pro Woche geben.
© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Jenbach –Die Zeiten werden auch für die Zillertalbahn nicht leichter – denn es heißt sparen auf allen Ebenen. „Spätestens im Jahr 2018 soll durch diverse Maßnahmen ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaftet werden“, hofft Vorstand Wolfgang Stöhr nach der 108. Hauptversammlung der Schmalspurbahn. Fix ist jetzt schon, dass im nächsten Jahr der Hobbyzug fehlt und der Dampfzug nur noch an fünf Tagen in der Woche zwischen Jenbach und Mayr­hofen verkehrt. Und für den Buffet-Wagen des Dampfzuges wird ein externer Betreiber gesucht. „Für drei Jahre greifen uns die Tourismusverbände unter die Arme“, berichtete Aufsichtsratsvorsitzender BM Gerhard Hundsbichler (Hippach).

Bedeckt gab sich das Duo in Sachen Entlassung von Prokurist Andreas Lackner. Dieser war im Juli fristlos entlassen worden. Laut Stöhr habe Lackner ein „entlassungswürdiges Verhalten“ an den Tag gelegt, das zu einem Vertrauensverlust geführt habe. Derzeit befasse sich damit das Arbeitsgericht, nachdem Prokurist Lackner wegen der Entlassung Klage eingebracht habe. Mehr könne dazu nicht gesagt werden. Die eiserne Reserve der Bahn liege derzeit bei 562.000 Euro. An Entlassungen unter den derzeit 159 Bediensteten von Bahn und Bus werde nicht gedacht, versicherte Stöhr, dessen Vertrag bis 2017 läuft.

Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Hundsbichler und Vorstand Wolfgang Stöhr (rechts) nach der 108. Hauptversammlung.
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Das mittelfristige Investitionsprogramm sei vom Bund noch nicht unterschrieben worden, hieß es auf Nachfrage. Nachdem die Entlastung des Vorstandes auf Anregung des Aufsichtsratsvorsitzenden Hundsbichler kurzfristig von der Tagesordnung genommen wurde, plädierte Jenbachs Bürgermeister Dietmar Wallner auch dafür, die Entlastung des Aufsichtsrates auszusetzen, bis diverse Rechtsfragen geklärt seien. Was dann auch geschah. „Mit mir hat seit meiner Pensionierung noch nie jemand über das strittige Budget 2014 gesprochen“, erklärte am Montag der frühere Vorstand Wolfgang Holub der TT. Mahnende Worte gibt es durch den Wirtschaftsprüfer: „Der Fortbestand des Unternehmens ist gefährdet, wenn es nicht gelingt, unverzüglich entsprechende Einsparungsmaßnahmen umzusetzen“, ist im Geschäftsbericht nachzulesen.

„Demnächst wird es einen Architektenwettbewerb für den Bahnhof neu in Mayrhofen geben, um die genauen Kosten zu eruieren“, stellte Wolfgang Stöhr fest. An den Plänen, die Bahn zu elektrifizieren, halte man nach wie vor fest, sagte Hundsbichler. Im Vorjahr war von Gesamtkosten in der Höhe von 90 bis 100 Millionen Euro die Rede. Allein würde man das nie stemmen. Bei solchen Projekten seien auch andere Bahnen auf die öffentliche Hand angewiesen, war der Tenor bei der Pressekonferenz. Schon vom Alter des Fahrzeugparkes her sei eine Neuorientierung nötig. Das wurde auch in den vergangenen Jahren immer wieder betont.

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