Kitzbühel

Alpenschule in Westendorf: Eine Woche ohne Ketchup

Die Kasspatzl gibt es traditionell aus der großen Pfann? und nach den ersten skeptischen Versuchen sind die Kinder auch von der frisch zubereiteten und für sie ungewohnten Hausmannskost an der Alpenschule begeistert.
© Angerer Harald

Auch in der Alpenschule sind die Sommerferien vorbei. Nun erkunden wieder Kinder aus ganz Österreich und Deutschland das Leben der Bergbauern auf dem Salvenberg in Westendorf.

Von Harald Angerer

Westendorf –Es ist anders, es ist so ganz anders als das Leben zu Hause – jeweils fünf Tage lang tauschen Schüler aus Österreich und Deutschland ihre Schulbänke in ihrer Schule mit jener der Alpenschule in Westendorf. Wobei „die Schulklasse an der Alpenschule“ ein weiter Begriff ist. Denn diese umfasst quasi den ganzen Salvenberg.

Den Start des Schuljahres legten an der Alpenschule die 4.-Klässler der Volksschule Markersdorf Haindorf hin. „Berge gibt’s bei uns keine“, schildert einer der Schüler aufgeregt, als er an der Schule auf knapp 1100 m Seehöhe ankommt. Mit seinen Freunden und Mitschülern taucht er dann in das Leben der Bergbauern am Salvenberg ein. Denn die Schulklasse wird mit der Natur getauscht und das Bett zu Hause mit einem Zimmer auf einem der Bergbauernhöfe neben der Schule.

Mit der Idee der Alpenschule sollte der Tourismus mit der Berglandwirtschaft verbunden werden. Junge Menschen erleben dort die Faszination der Natur und der Bergwelt, und den Landwirten wird eine neue Einnahmequelle erschlossen. Das geht auch auf, die Auslastung der Schule ist sehr gut. Vor allem die fünftägigen Aufenthalte der Schulen werden gerne gebucht, auch drei Tage sind möglich.

„Wir können am Morgen mithelfen, die Kühe füttern“, erzählt ein Mädchen aufgeregt vom morgendlichen Geschehen am Bauernhof. Aber sie können auch selbst Hand anlegen – beim Preismelken. Aber nicht an einer echten Kuh, sondern an einer Gummiattrappe. „Ich würde es aber schon auch bei einer echten Kuh probieren“, versichert der Sieger des Preismelkens.

Besonders beeindruckt waren zwei Schülerinnen von der Joghurt- und Käseproduktion. Hier durften die Kinder wirklich selber mitarbeiten und nicht nur das Joghurt herstellen, sondern dann auch verkosten, der Käselaib wird nach der Reifung der Schule geliefert. Auch der Essensplan über die Woche ist anders als zu Hause, von Kasspatzl bis zu Gröstl, aber natürlich auch Würstl umfasst der Speiseplan. Gegessen wird zu Mittag und am Abend im Gemeinschaftsraum der Schule, natürlich mit frisch gekochten regionalen Produkten. Zum Essen werden die Kinder auch traditionell mit dem Läuten des Glockstuhls gerufen, den einige Kinder selbst bedienen dürfen.

Was den Kindern fehlt? „Ketchup“, so einer der Schüler und auch die Playstation des großen Bruders ein weiterer. Doch die Wanderungen seien auch spannend, wie der Junge im Nachsatz beteuert.

Der Schulunterricht auf der Alpenschule beinhaltet auch das aufmerksame Erleben der Natur. Bei Wanderungen wird die Tier- und Pflanzenwelt erkundet. Zu sehen gibt es Käfer, Bienen und viele Ameisen wie auch die unterschiedlichsten Kräuter. Deren Bedeutung wird den Kindern ebenso nähergebracht wie auch die der Tiere.

Die Kinder der Volksschule Markersdorf Haindorf aus der Nähe von St. Pölten hatten ihren Aufenthalt an der Alpenschule, wie auch zwei weitere Neue Mittelschulen, gewonnen. Mit seiner Bio-Linie „Zurück zum Ursprung“ hat ein Lebensmitteldiskonter ein Preisausschreiben ausgeschrieben. Die Kinder konnten somit sozusagen wirklich an den Ursprung zurück, denn die Bauern, welche mit der Alpenschule zusammenarbeiten, sind auch Zulieferer für die Milch der Bio-Marke.

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