Musik

Ein Gipfel an musikalischem Genuss

Innsbruck – Nicht zu viel versprochen hat der Name des Programms: „Ein musikalisches Gipfeltreffen 1503“: Das Who’s Who höfischer Renaissanc...

Innsbruck –Nicht zu viel versprochen hat der Name des Programms: „Ein musikalisches Gipfeltreffen 1503“: Das Who’s Who höfischer Renaissancemusik aus der Zeit Kaiser Maximilians I. erklang am Sonntag in der Hofkirche Innsbruck. Franz Gratl, Kustos der Musikabteilung der Tiroler Landesmuseen, rekonstruierte ein Programm mit Musik der Komponisten Pierre de la Rue, Alexander Agricola, Jacob Obrecht, Heinrich Isaac und Paul Hofhaimer, bereichert um Werke von Josquin Desprez, Francisco de Peñalosa und Robert Morton. Anlass bot ein Zusammentreffen der königlichen Hofkapelle von Maximilian I. mit der burgundische­n Hofkapelle seines Sohns Philip­p dem Schönen. Die beiden Fürsten trafen mit ihrem gesamten Hofstaat für mehrere Wochen in Tirol zu Musik, Bankett, Turnier, Spiel und Jagd zusammen.

Das Programm bestand aus fünf Teilen: Zwischen Aufzug und Auszug erklang eine Frühmesse, gefolgt von Tafelfreuden und Festzug bis hin zu einem Requiem für Hermes Sforza, den Onkel Maximilians zweiter Frau Bianca Maria Sforza, der während der Feierlichkeiten verstorben war. Abwechslungsreich schmetterten Pauken und Trompeten, gespielt vom Trompeten-Consort Innsbruck, trumpften die Wiltener Sängerknaben unter der Leitung von Johannes Stecher auf, ließ Reinhard Jaud die berühmte Ebert-Orgel erklingen und berührte das ausnehmend homogene und stimmschöne Gesangsquartett mit Kai Wessel, Altus, Bernd Oliver Fröhlich und Harry van Bern­e, Tenor, und Matthias Lutze, Bass. Die Capella de la Torre unter der Leitung von Katharina Bäuml jubilierte mit der Farbpracht des Renaissance­instrumentariums Schalmei, Pommer, Dulzian, Posaunen und Orgel.

Das stimmungsvolle Konzert geriet zu einem Gesamtkunstwerk: großartig die Kompositionen, dramaturgisch intelligent in ihrer Abfolge, vorbildlich das informative Programmheft und rundum beglückend die musikalische Umsetzung. Solch­e konzeptionell und musikalisch packenden Konzerte würde man sich auch bei den Innsbrucker Festwochen häufiger wünschen. (ber)

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