Viel Fantasy und verdiente Sieger
US-Sender HBO räumt ab: „Game of Thrones“ und „Veep“ dominierten die Emmy-Preisverleihung.
Los Angeles –In der kroatischen Küstenstadt Dubrovnik sind Führungen zu den Drehorten von „Game of Thrones“ die ultimative Touristenattraktion, daran dürfte vorerst wohl auch die Tatsache wenig ändern, dass die sechste Staffel der US-Serie laut jüngsten Medienberichten anderswo gedreht werden wird. Seit der zweiten „Game of Thrones“-Staffel war Dubrovnik als Drehort für Königsmund und die Wüstenstadt Qarth genutzt worden, auch in Split und an anderen Orten war die US-Produktion unterwegs.
Die wichtigsten Preise
Beste Dramaserie: „Game of Thrones“
Beste Regie Drama: David Nutter („Game of Thrones“)
Bester Hauptdarsteller Drama: Jon Hamm („Mad Men“)
Beste Hauptdarstellerin Drama: Viola Davis („How to Get Away with Murder“)
Bester Nebendarsteller Drama: Peter Dinklage („Game of Thrones“)
Beste Nebendarstellerin Drama: Uzo Aduba („Orange is the New Black“)
Beste Comedyserie: „Veep“
Beste Regie Comedy: Jill Soloway („Transparent“)
Bester Hauptdarsteller Comedy: Jeffrey Tambor („Transparent“)
Beste Hauptdarstellerin Comedy: Julia Louis-Dreyfus („Veep“)
Bester Nebendarsteller Comedy:
Tony Hale („Veep“)
Beste Nebendarstellerin Comedy: Allison Janney („Mom“)
Beste Miniserie:
„Olive Kitteridge“
Bester Fernsehfilm: „Bessie“
Doch der Erfolg der Serie dürfte vor allem am unstillbaren Fantasy-Hunger des Publikums begründet liegen. Das „Games of Thrones“-Fieber schlug nun erneut bei der Verleihung der amerikanischen Fernsehpreise zu: Zwölf Emmys holte das Epos, darunter erstmals auch jenen für die beste Dramaserie. Mit doppelt so vielen Nominierungen war das Fantasyspektakel als großer Favorit ins Rennen gegangen. Höchst erfolgreich schnitt auch die Politsatire „Veep“ ab, die neun Nominierungen in fünf Preise umwandeln konnte (einer davon ging an Hauptdarstellerin Julia Louis-Dreyfus). Mit diesen beiden Abräumern hat der US-Kabelsender HBO die diesjährigen Emmys beherrscht. Und auch in der Kategorie Miniserie/Fernsehfilm ging der Preis am Sonntagabend in Los Angeles an eine HBO-Produktion, „Olive Kitteridge“ nach dem Roman von Elizabeth Strout. Die Miniserie gewann allein acht Preise, darunter für Hauptdarstellerin Frances McDormand und Nebendarsteller Bill Murray.
Erlösung fand Jon Hamm, Hauptdarsteller der gefeierten Serie „Mad Men“, der bereits 16-mal nominiert, aber bisher immer leer ausgegangen war. Nun gab es den Preis als bester Hauptdarsteller.
Bei den Frauen gewann Viola Davis (50) den Hauptpreis – als erste Schwarze. Sie bekam ihn für ihre Rolle in „How to Get Away with Murder“. Neben „Game of Thrones“ (zuletzt auf RTL 2) übrigens auch die einzige der ausgezeichneten Produktionen, die derzeit im deutschen Free TV zu sehen ist: Sie startete vor Kurzem auf Vox.
In der Comedy-Sparte wurde neben Julia Louis-Dreyfus auch Jeffrey Tambor (71) geehrt. In „Transparent“, einer Eigenproduktion von Amazon, spielt er die transsexuelle Maura Pfefferman. „Transparent“ gewann fünf Preise, war aber sogar elfmal nominiert. Amazon Studios hat sich so in kurzer Zeit einen Platz in der US-Fernsehlandschaft erobert und macht Streaming-Anbietern wie Netflix Konkurrenz.
Für US-Medien war die 67. Emmy-Verleihung vor allem eine der wohlverdienten Sieger. So holte Jon Stewart wenige Wochen nach seinem Abschied als Talkmaster der „Daily Show“ den Preis für die beste „Variety Talk Series“. (APA, dpa, jel)