Wo Kaiser Max verloren schien
Im Frühjahr wurde der Steig zur Kaiser-Max-Grotte oberhalb von Zirl eröffnet. Die kurze Wanderung ist u. a. interessant, weil dabei der Steinbruch durchquert wird.
Von Irene Rapp
Zirl –Ende des 15. Jahrhunderts in Tirol: Wie mag wohl das Inntal ausgesehen haben? Wie die Martinswand? Heute, 500 Jahre später, führt durch die markante Felsmauer bei Zirl u. a. eine Bahntrasse und hat sich ein Schotterwerk tief in den Berg hineingefressen.
Kaiser Maximilian würde sich 2015 daher wohl wie im Traum fühlen und sich wundern über die Grotte, die nach ihm benannt worden ist. Doch soll sich der Landesfürst einst bei der Gamsjagd derart verstiegen haben, dass er bei der Höhle angelangt weder vor- noch zurückkam. Nach zwei Tagen wurde der Todgeweihte von einem Bauernburschen auf wundersame Art und Weise gerettet – eine Sage, die fast jeder im Lande kennt.
Seit dem heurigen Frühjahr ist der Steig hinauf zur Grotte nach jahrelanger Sperre wieder begehbar: „Teile des Weges wurden neu angelegt“, heißt es aus dem Tourismusbüro Zirl und deswegen kann die kurze Wanderung zur 46 Meter breiten und 19 Meter hohen Naturhöhle nun mit einer Besonderheit aufwarten: Denn man quert den Steinbruch und kann die Dimensionen des einstigen Felsabbaus hautnah erleben.
So kommt man hin: Den Parkplatz neben der Rettung in Zirl verlässt man nach links, gleich danach führt ein kurzes, schmales Wiesenweglein hinauf zu einer Kapelle. Dort weist ein erster Wegweiser schon auf das Ziel hin. Man folgt dem geschotterten Fahrweg, der Richtung Brunntal führt, nach der ersten Linkskurve geht es über eine Stahlleiter hinauf zum „Einstieg“ in den Grottensteig.
Kurz befindet man sich im Wald, bei einer Wegteilung rechts bleiben. Nach wenigen Metern kann man dann die ersten Tiefblicke ins Tal genießen, man kommt nämlich zu jenem Teilstück, das durch den Steinbruch führt. Dort wird übrigens nicht mehr abgebaut, sondern nur noch „zugemacht“. Nach dem Steinbruch geht es wieder in den Wald, nach einigen Kehren gelangt man in den felsigen Teil. Alles ist übrigens bestens versichert, fürchten braucht man sich nicht. Die letzten steilen Stufen führen schließlich zur Grotte hinauf, in der es zwei Kreuze, eine Kaiser-Max-Figur sowie viele Inschriften auf den Felsen gibt. Und nicht wundern, wenn auf einmal Kletterer wie aus dem Nichts auftauchen: Bis zur Höhle führt nämlich auch ein Klettersteig.
PS: Der Rückweg ist der Aufstiegsweg.
Infos zur Tour
Ausgangspunkt: Das Gebäude der Freiwilligen Rettung in Zirl an der Straße hinauf zum Zirlerberg, hier kostenloser Parkplatz.
Entfernung: Bis zur Grotte sind 1,7 Entfernungskilometer zu bewältigen sowie 231 Höhenmeter im Aufstieg. Gehzeit bis zur Grotte: ab 45 Minuten. Auch für Kinder machbar. Gutes Schuhwerk empfehlenswert. Was ein wenig stört: der Verkehrslärm der Autobahn.
Klettersteig: Zur Grotte führt auch ein schöner Klettersteig, dann kann man über den Steig wieder nach Zirl zurückkehren.