Bei Philipp Plein trifft Mensch auf Maschine
Seinem Ruf, die spektakulärste Show der Mailänder Modewoche zu bieten, ist der deutsche Designer Philipp Plein wieder einmal gerecht geworde...
Seinem Ruf, die spektakulärste Show der Mailänder Modewoche zu bieten, ist der deutsche Designer Philipp Plein wieder einmal gerecht geworden. Der Laufsteg war am Mittwochabend eine Art Fließband. Roboterarme assistierten, um den Models die Accessoires zu reichen. Zu erleben war die Schau anlässlich der bis Montag laufenden „Milano Moda Donna“ mit den Trends für die Saison Frühjahr/Sommer 2016.
Der erste mit Spannung erwartete Höhepunkt war am Mittwoch die Show von Gucci. Sensibel, intellektuell und ein bisschen aus der Zeit gefallen - das ist die neue Gucci-Frau. Alessandro Michele unterstrich nachhaltig, dass er gewillt ist, der italienischen Nobelmarke eine neue Identität zu verleihen. Michele ist Mailands derzeit mutigster Designer. Schluppenblusen, lange Faltenröcke, glitzernde Anzüge, eigenwillige Musterbilder, mit Strass besetzte Brillen - vom einstigen unterkühlten Sex-Appeal ist nichts mehr übrig. Den hatte Tom Ford ab Mitte der 90er-Jahre initiiert - und damit eine Ära geprägt. Seine Nachfolgerin Frida Giannini scheiterte daran, eine eigene Stilbotschaft für Gucci zu entwickeln. Das zumindest gelingt Alessandro Michele mit seinem bourgeoisen Chic auf Anhieb.
Philipp Plein (Jahrgang 1978) entwarf wuchtige mit vielen Nieten überflutete Lederjacken, knackige Petticoats und Tutus, hochgeschlitzte Kleider. Doch die Mode verlor sich fast in dem bombastischen Drumherum.
Am Donnerstagvormittag präsentierte Max Mara eine Kollektion inspiriert von der Welt der Seefahrt. Caban-Jacken im Matrosen-Stil wechselten sich ab mit leichten Parkas. Auf Ringel-Shirts folgten Strickpullis mit Stern-Motiven. Zarte Tops werden von derben Kordeln akzentuiert. Weiß kombiniert mit Gelb, Rot oder Blau dominiert die Farbpalette.
Mit Spannung erwartet wurde am Donnerstagabend die Show von Prada. Die Kollektion gilt stets als richtungsweisend für die ganze Branche. (APA/dpa)