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Vermeiden statt verschwenden – auch im Gasthaus

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In jedem Restaurant oder Gasthaus landen geschätzte 5,2 Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll. Eine Initiative kämpft dagegen an.

Innsbruck –Ein halbes Schnitzel, ein paar übrig gebliebene Pommes oder der Rest vom Bananensplit: In österreichischen Großküchen, Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben fallen jährlich rund 200.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle an. Pro Betrieb sind das 5,2 Tonnen im Wert von 9600 Euro.

Zu diesem Ergebnis kommt das Projekt United Against Waste, in dessen Rahmen Analysen in 29 Testbetrieben durchgeführt worden sind. Die Initiative wird von mehr als 30 Partnern aus Industrie, Handel, Dienstleistern, NGOs und dem öffentlichen Sektor getragen und hat sich zum Ziel gesetzt, die vermeidbaren Lebensmittelabfälle in den untersuchten Bereichen bis zum Jahr 2020 zu halbieren. „In Anbetracht dessen, dass viele Menschen auf der Welt verhungern, sind Lebensmittelabfälle in diesem Ausmaß nicht zu akzeptieren“, bringt es Eberhard Seyffer vom Verband der Köche Österreichs auf den Punkt. Bis zu 45 Prozent der weggeworfenen Lebensmittel seien nämlich vermeidbar. Oder anders ausgedrückt: Hochgerechnet auf ganz Österreich könne man 380 Millionen Euro pro Jahr sparen.

Die Art der Lebensmittelabfälle unterscheidet sich in den untersuchten Betrieben. Während in Großküchen vor allem Suppen und Beilagen – die teilweise die Küche gar nicht verlassen haben – weggeworfen werden, landen in der Gastronomie vor allem Salatreste und Fleisch in der Mülltonne. Im Beherbergungsbereich sind vor allem Obst und Getränke ein Thema.

Seyffer hat ein paar Tipps parat, wie sich der Lebensmittelmüll in den Betrieben reduzieren lässt. „Statt großer Portionen kann man den Gästen einen Nachschlag anbieten.“ Ein weiterer Vorschlag wäre, Buffets so zu gestalten, dass sie flexibel nachbestückt werden können. Und: Man könne Zubereitungsreste trennen und Teile zu Suppen, Soßen oder Pürees verarbeiten. (miho)

Infos: www.united-against-waste.at