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Pressestimmen zum Wahlergebnis in Katalonien

Barcelona (APA/dpa) - Internationale Pressekommentare befassen sich am Montag mit dem Wahlergebnis in Katalonien und den möglichen Folgen. D...

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Barcelona (APA/dpa) - Internationale Pressekommentare befassen sich am Montag mit dem Wahlergebnis in Katalonien und den möglichen Folgen. Die „Neue Zürcher Zeitung“ schreibt:

„Die spanische Verfassung versteht Spanien nicht als ‚Gefängnis der Völker‘. Sie verbietet auch nicht die Debatte über grundlegende Fragen des spanischen Staates und sie lässt sich nötigenfalls ändern. Wenn der künftigen Regierung in Madrid wirklich an der Einheit Spaniens gelegen ist, muss sie überlegen, wie sie den Katalanen entgegenkommen will, so dass diese sich in Spanien ernst genommen und anerkannt fühlen. Noch wichtiger als politische und finanzielle Forderungen sind in der gegenwärtigen verfahrenen Lage psychologische Befindlichkeiten.“

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„Corriere della Sera“ (Mailand):

„Europa, das gerade die Kraft findet, seine Krisen zu überwinden - die griechische Herausforderung, den historischen Migranten-Notfall - kann sich keine gefährlichen Brüche erlauben, wie den, der gestern in Katalonien geschehen ist. Die desintegrierenden Vorstöße sind weniger denn je hinnehmbar. Der katalanische Nationalismus, fälschlich auf Modernität getüncht, hätte vielleicht in der Vergangenheit mehr Verständnis finden und seinen Egoismus mit dem Alibi der Selbstbestimmung maskieren können. Heute nicht mehr. In einem vom Populismus erschütterten Europa ist absolut kein Platz mehr für Abenteuer. Und natürlich nicht für gefährliche Präzedenzfälle.“

„El Pais“ (Madrid):

„Die katalanischen Separatisten errangen einen Wahltriumph, erlitten aber eine Niederlage, wenn man die Wahl als ein Plebiszit versteht. Die Befürworter einer Abspaltung Kataloniens von Spanien gewannen die meisten Sitze, erhielten aber nicht annähernd die Hälfte der Stimmen. Sie werden weiterhin die Regierung der Region bilden. Eine andere Konstellation ist praktisch unmöglich.

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Die spanische Zentralregierung darf den Wahlausgang nicht ignorieren, sondern muss rasch reagieren. Sie muss Wege des Dialogs ebnen und den eindringlich vorgetragenen Wunsch der Katalanen nach einer Veränderung berücksichtigen. Madrid darf sich nicht länger darauf beschränken, den Gerichten die Initiative zu überlassen.“


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