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Eine Familienfeier der besonderen Art

Beim Flüchtlingsfest in Umhausen, das Betreuer, freiwillige Helfer und die Flüchtlinge selbst organisiert hatten, traf sich eine besorgte „Familie“.

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Die Umhausener „Future Family“ mit Edmund Schöpf (3. v. l.) und Petra Falkner (5. v. l.).
© Stecher

Umhausen –Mohamed Ibrahim Omar gilt als derjenige unter den Flüchtlingen, der am besten Deutsch spricht. Tatsächlich kann sich der 23-Jährige bereits recht gut in der für ihn neuen Sprache unterhalten. Um aber über all seine Erlebnisse auf der Flucht, die ihn von Somalia quer durch den afrikanischen Kontinent und über das Mittelmeer nach Sizilien führte, zu berichten, bemüht er zwischendurch doch noch lieber das Englische.

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Omar kam im Februar nach Umhausen, wo er mit 19 anderen meist jungen Männern aus elf Nationen in einem Gebäude der Straßenmeisterei untergebracht ist. Die hier Gestrandeten nennen sich „Future Family“. Omar kommt aus einem Land, in dem seit 1991 der Bürgerkrieg tobt.

Petra Falkner gilt im Flüchtlingsheim als „Mum“ oder „Sister“. Die Niederthaierin sah sich nach dem Ende der Wintersaison in der Straßenmeisterei um. Positiv formuliert entdeckte sie dabei „viel Arbeit und vor allem großen Bedarf an Zwischenmenschlichkeit. Jedenfalls war es hier für mich mit Kuchenmachen alleine nicht getan.“ Deshalb versucht die 42-Jährige seitdem vor allem „zwischenmenschlich tätig zu sein“. „Wir motivieren, versuchen, Perspektiven aufzuzeigen und die Sorgen der hier Wohnenden ernst zu nehmen.“ Es gebe einige Kriegstraumatisierte mit den damit verbundenen Schlafproblemen, aber das Schlimmste sei die „Warterei“. Sie verstehe nicht, warum Asylverfahren ausgerechnet in Tirol am längsten von allen Bundesländern dauern und vermutet dahinter „Methode“. Jedenfalls sei es unzumutbar, junge Männer jahrelang zur Untätigkeit zu verdammen, wo es doch gerade in der Gastronomie so viel Arbeit gäbe. Beim Stichwort Arbeit wird Edmund Schöpf hellhörig. Er koordiniert zwischen der Gemeinde Umhausen und dem Flüchtlingsheim und „kann nur das Beste berichten“. Die Männer, die während des Sommers vorwiegend mit Gras- und Strauchschnitt beschäftigt gewesen seien, hätten sich „teilweise die Arbeit sogar aufgerauft“.

Auffällig in Umhausen? Ausgerechnet die „Mum“ war beim Essen ein wenig heikel. Petra Falkner hob zwar jeden Kochtopfdeckel, der „Oktopusauflauf“ musste es aber dann doch nicht sein. (best)

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Mohamed Omar (Bild r.) spricht am besten Deutsch.
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