Ältere und Junge helfen am häufigsten

472 zusätzliche ehrenamtlich engagierte Menschen hat die Freiwilligenpartnerschaft Tirol bisher vermittelt.

© TT / Thomas Boehm

Innsbruck –Etwas tun, helfen. „Für Menschen, denen es nicht so gut geht.“ Die Frage nach der Motivation für sein ehrenamtliches Engagement war für Andreas Silberberger leicht beantwortet. Der Außerferner hatte sich für Freiwilligenarbeit interessiert, war auf die Initiative Freiwilligenpartnerschaft Tirol gestoßen und ist jetzt nicht nur im Weltladen aktiv, sondern kümmert sich auch um Flüchtlinge. So wie Hunderte andere Tiroler, die sich in den vergangenen Monaten der Initiative angeschlossen haben.

Über 600 hatten sich bei den neun regionalen Standorten gemeldet. „Unglaubliche“ 80 Prozent, insgesamt 472 Personen, wurden für die unterschiedlichsten ehrenamtlichen Tätigkeiten vermittelt. „Wir haben auch über 500 Gespräche mit interessierten Institutionen geführt“, sagt Projektkoordinatorin Andrea Fink. Natürlich liege der Schwerpunkt seit Mai und Juni auf der Betreuung von Flüchtlingen. Aber auch die Arbeit mit Senioren und Jugendlichen stehe im Fokus. Die Koordinatoren vor Ort suchen vor allem für die Kenntnisse, Talente und Interessen der Menschen das richtige Projekt aus. „Wir wollen auch die Potenziale der Menschen nutzen.“

Die 50- bis 60-Jährigen sind jene Altersgruppe, die sich am stärksten ehrenamtlich engagiert. Gerade in diesem Alter befinden sich die meisten Menschen in einer Umbruchphase in ihrem Leben und suchen oftmals eine erfüllende Betätigung. Gleich danach folgen die 20- bis 30-Jährigen. Die Gruppe der Jungen will man in den kommenden Wochen und Monaten besonders ansprechen – etwa auf der Bildungsmesse oder dem Freiwilligentag am 18. März.

300.000 Euro kostet das Projekt, es wird zur Hälfte vom Land Tirol, zur anderen Hälfte von Sponsoren und Partnern finanziert. LH Platter lobte gestern bei der Präsentation der bisherigen Ergebnisse das Projekt. Es sei ein „Glücksfall“, dass man angesichts der Flüchtlingssituation auf diese Struktur zurückgreifen könne. Gleichzeitig sei hier auch die Möglichkeit für Asylwerber, eine gemeinnützige Tätigkeit zu finden. Ab 1. Jänner 2016 soll es für ehrenamtlich Tätige außerhalb der großen Organisationen auch einen Versicherungsschutz geben. Infos zum Projekt unter www.freiwillige-tirol.at. (mw)


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