Entgeltliche Einschaltung

Hundeverbot lässt Wogen hochgehen

Von Angela Dähling...

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(Symbolbild)
© Höscheler

Von Angela Dähling

Entgeltliche Einschaltung

Schwaz –Einen Sturm der Entrüstung hat ein auf Facebook veröffentlichter Brief des Schwazer Bürgermeisters Hans Lintner ausgelöst. Er ist an eine Bewohnerin im „Haus der Generationen“ adressiert und von deren Tochter ins Internet gestellt worden. Ihre Mutter (63) habe Multiple Sklerose, sitze seit Jahren im Rollstuhl und wohne im Haus der Generationen, weil sie auf fremde Hilfe angewiesen sei, sagt sie. Ihren Hund lasse sie oft bei der Mutter, damit diese durch ihn ihren Alltag mit der schrecklichen Krankheit ein bisschen vergesse könne, erklärt sie auf Facebook.

Damit ist jetzt Schluss: Der Bürgermeister hat per Schreiben vom 21. September ein „Hausverbot für den Hund für das Haus der Generationen mit sofortiger Wirkung“ erlassen. Im Brief an die Mutter heißt es, sie habe den Hund „weder pflege- noch ordnungstechnisch im Griff“. Hygieneprobleme und ein erhöhter Reparaturbedarf werden ebenfalls als Gründe angeführt. Weiter heißt es: „Sollte der Hund weiterhin bei Ihnen in der Wohnung bzw. im Bereich des Hauses der Generationen beobachtet werden, so wird zum einen der Amtstierarzt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeschaltet und ist auch ein Wohnungsausschlussverfahren gegen Sie möglich.“ Die Tochter ist empört, fragt sich, wie der Gemeindechef samt Hausverwaltung ein Hundeverbot aussprechen könne, ohne sich zu vergewissern, dass das psychische Folgen für die Mutter haben könnte.

BM Lintner spricht „von einer Mitleidsmasche der Tochter, die unbegreiflich ist“. Das Ganze sei ein „Drama für uns und für die Mutter“. Es habe mehrere Gespräche vorab gegeben und der Brief sei in Absprache mit der Mutter verfasst worden. „Die Exkremente des Hundes sind in der ganzen Wohnung verteilt und der Hund verwahrlost, weil die Mutter dem Ganzen nicht gewachsen ist“, behauptet Lintner. Der Hund dürfte künftig nur in Begleitung bei der pflegebedürftigen Frau sein. Das Tier sei vorwiegend nachts bei der Mutter, damit die sich nicht so alleine fühle, sagt die Tochter. Er habe sein Geschäft nie in der Wohnung, sondern wenn, auf dem Balkon verrichtet. „Das habe ich am nächsten Morgen immer selbst verräumt“, erklärt sie. Sie suche jetzt nach einer neuen Wohnung für die Mutter, wo diese sich wohler fühle.

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