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Schiffsbewegungen sollen russische Verstärkung für Syrien belegen

Moskau/Damaskus (APA/Reuters) - Russland baut zur Unterstützung der syrischen Regierung Transportwege über See auf. Aus Unterlagen von Häfen...

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Moskau/Damaskus (APA/Reuters) - Russland baut zur Unterstützung der syrischen Regierung Transportwege über See auf. Aus Unterlagen von Häfen, Daten der Nachrichtenagentur Reuters und Angaben aus Schifffahrtskreisen geht hervor, dass allein vom 9. bis zum 24. September mindestens sechs Frachtschiffe vom russischen Schwarzmeerhafen Noworossiisk aufbrachen und in Syrien Tartus und Latakia anliefen.

Beide Städte werden von Präsident Bashar al-Assad kontrolliert. Die Zahl der Fahrten hat damit deutlich zugenommen: Vor August lief 2014 und 2015 gerade einmal ein Schiff von Noworossiisk nach Latakia aus, nach Tartus waren es innerhalb eines Jahres nur ein Schiff pro Monat. In Tartus unterhält Russland einen Marinestützpunkt.

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Zu den eingesetzten Schiffen gehört die „Alexandr Tkachenko“, eine ältere, gelbe Fähre, die bisher Autos über die Straße von Kertsch zwischen dem russischen Festland und der annektierten Halbinsel Krim beförderte. Im August endeten die Fahrten abrupt. Ein Angestellter des Logistikunternehmens SMT-K erklärte am Telefon, die Regierung in Moskau habe das Schiff gechartert. Schifffahrtsdaten zufolge legte es dann am 1. September in Noworossiisk an. Dort wurden nach Angaben aus Hafen-Kreisen auf die „Tkachenko“ und ein weiteres Schiff weiße Lastwagen für den Transport nach Syrien verladen. Am 11. September lief die „Tkachenko“ schließlich in Tartus ein. Was sich in den Lastwagen befand und was mit ihnen in Syrien geschah war zunächst nicht bekannt.

Das russische Verteidigungsministerium nahm zu den Angaben nicht Stellung. Das Ministerium für Katastrophenschutz, das auch für ausländische und humanitäre Hilfslieferungen zuständig ist, hatte nach eigenen Angaben keine Kenntnis von der Ladung der „Tkachenko“. Wem das Schiff gehört, war zunächst nicht genau nachzuvollziehen. Ein Anruf bei dem eingetragenen Unternehmen Koksokhimtrans landete bei einer Firma mit dem Namen Sovfrakht-Sovmortrans. Angestellte dort machten widersprüchliche Angaben dazu, ob Koksokhimtrans eine Tochtergesellschaft ist.

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Russland hat seine Militärpräsenz in Syrien in den vergangenen Wochen deutlich ausgebaut. Die USA werfen der Regierung in Moskau vor, der syrischen Armee mit Kampfflugzeugen, Panzern und anderer Ausrüstung zu helfen. Russlands Präsident Wladimir Putin stellte sich zuletzt bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen hinter seinen Verbündeten Assad. Dessen Regierung hat im Bürgerkrieg große Teile des Landes an Aufständische verloren, zu denen insbesondere die Jihadistenorganisation „Islamischer Staat“ gehört. Putin hat erklärt, ein Einsatz russischer Bodentruppen in Syrien sei zunächst nicht geplant.


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