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VW-Dieselskandal - Die wichtigsten Entscheider bei Volkswagen

Wolfsburg (APA/sda/dpa) - Bei Volkswagen kommt heute, Mittwoch, zur Aufarbeitung des Abgasskandals erneut das fünfköpfige Präsidium des Verw...

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Wolfsburg (APA/sda/dpa) - Bei Volkswagen kommt heute, Mittwoch, zur Aufarbeitung des Abgasskandals erneut das fünfköpfige Präsidium des Verwaltungsrats zusammen - der innerste VW-Machtzirkel. Ein Überblick über die wichtigsten Mitglieder in diesem Gremium:

BERTHOLD HUBER: Nach seinem Ausscheiden an der Spitze der Gewerkschaft IG Metall wollte es der 65-jährige Schwabe eigentlich etwas ruhiger angehen. Doch als der langjährige Chefaufseher Ferdinand Piech im Frühjahr den VW-Machtkampf mit Konzernchef Martin Winterkorn verlor und abtrat, sprang Huber als Interimslösung ein. Rein formal gesehen ist er als Aufsichtsratschef der wichtigste Mann - er war es auch, der den Rücktritt Winterkorns vor einer Woche bekannt gab.

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Der ausgebildete Werkzeugmacher ist krisenerprobt und pragmatisch, so hat er die Siemens-Schmiergeldaffäre im vergangenen Jahrzehnt als Aufsichtsratsmitglied des Münchner Konzern mitgemeistert. Huber sitzt seit 2010 im VW-Aufsichtsrat, bis zu der Machtprobe war er Piëchs Stellvertreter. Nach einer bereits langen gewerkschaftlichen Karriere kam Huber 2007 an die Spitze der größten und mächtigsten deutschen Gewerkschaft IG Metall. Er blieb es bis 2013.

WOLFGANG PORSCHE - Er ist im Porsche/Piech-Clan der Sprecher des Porsche-Familienzweigs. Der 72-Jährige hat die Übernahmeschlacht zwischen Porsche und Volkswagen 2008/09 mit Ruhe und Gelassenheit durchgestanden. „WoPo“, wie Wolfgang Porsche intern heißt, bezeichnete im Frühjahr Piechs Attacke auf Winterkorn als „seine Privatmeinung“ und ging damit in Opposition zu seinem Cousin. Die Porsches und Piechs halten gemeinsam die Stimmenmehrheit bei dem Wolfsburger Autoriesen.

BERND OSTERLOH - Gegen den Willen der Arbeitnehmerseite läuft bei Volkswagen kaum etwas. Der Betriebsrats- und Gewerkschaftsflügel hat im Verwaltungsrat eine ungewöhnlich mächtige Stellung, Bernd Osterloh ist Konzernbetriebsratschef. Der 59-Jährige hat laut VW-Satzung die Chance, den Neubau oder die Verlagerung von Fabriken zu blockieren - was sich als Druckmittel einsetzen lässt. Neben Osterloh gehört dem Aufsichtsratspräsidium auch der stellvertretende Betriebsratschef Stephan Wolf an.

STEPHAN WEIL - Der Politiker vertritt das deutsche Bundesland Niedersachsen im Aufsichtsrat und Präsidium. Wie so viele andere zeigte sich Weil schockiert von den Ausmaßen der VW-Dieselaffäre. Solche Manipulationen seien „völlig inakzeptabel“, sagte der 56-Jährige bereits früh nach Bekanntwerden des Skandals. „So etwas darf sich bei Volkswagen nicht wiederholen.“ Zwar gehört Weil zur Kapitalseite im Aufsichtsrat, weil Niedersachsen Miteigentümer von VW ist - in der Vergangenheit agierten die Arbeitnehmerseite und das Land aber oft genug als Allianz. Die VW-Jobs sind Niedersachsens Motor.

~ ISIN DE0007664039 WEB http://www.volkswagenag.com ~ APA379 2015-09-30/14:12


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