Entgeltliche Einschaltung

Deutscher Bundesbank-Chef: EZB soll Geldschleusen nicht weiter öffnen

Berlin/Frankfurt (APA/Reuters) - Trotz der fallenden Preise in der Eurozone sollte die EZB nach Ansicht der Deutschen Bundesbank die Geldsch...

  • Artikel
  • Diskussion

Berlin/Frankfurt (APA/Reuters) - Trotz der fallenden Preise in der Eurozone sollte die EZB nach Ansicht der Deutschen Bundesbank die Geldschleusen vorerst nicht weiter öffnen. „Ich rate dazu, nicht in hektischen Aktionismus zu verfallen und jetzt Kurs zu halten“, sagte Bundesbank-Chef Jens Weidmann dem „Spiegel“ laut Vorabbericht vom Donnerstag.

Hauptgrund für die niedrige Inflationsrate sei der gesunkene Ölpreis, dessen Einfluss auf die Teuerungsrate aber nur vorübergehend sei. Außerdem entlaste der drastische Verfall der Energiepreise Verbraucher und Unternehmen allein in Deutschland um fast 25 Mrd. Euro: „Das ist für sich genommen schon ein ordentliches Konjunkturprogramm. Ich sehe derzeit nicht, warum die Notenbank jetzt noch etwas draufpacken sollte.“

Entgeltliche Einschaltung

Die EZB und die nationalen Notenbanken haben im März mit dem Kauf von Staatsanleihen in großem Stil begonnen. Das Wertpapierprogramm soll bis Herbst 2016 laufen und ist mehr als eine Billion Euro schwer. Weidmann hat von Anfang an öffentlich Vorbehalte gegen die Geldschwemme vorgebracht. Seiner Ansicht nach entfernen sich die Notenbanken zu sehr von ihrem vertrauten Terrain der Geldpolitik und werden zu den größten Gläubigern der Euro-Staaten. Er konnte sich mit seinen Bedenken jedoch im EZB-Rat nicht gegen die Mehrheit durchsetzen, die mit den Käufen die Konjunktur ankurbeln und Deflationsgefahren bannen möchte. Weidmann sieht dieses Risiko derzeit nicht: „Von einer Deflation im Sinne einer destabilisierenden, sich selbst verstärkenden Abwärtsbewegung kann keine Rede sein.“

Die Preise im Euroraum waren im September zum Vorjahresmonat um 0,1 Prozent gesunken. Die EZB verfehlt damit deutlich ihr Ziel einer Inflation von knapp zwei Prozent, die für die Konjunktur als ideal gilt. Viele Händler rechnen daher damit, dass die Währungshüter das Programm binnen sechs Monaten ausweiten werden. Die Ratingagentur S&P hält eine Verlängerung bis Mitte 2018 für möglich, womit das Volumen auf bis zu 2,4 Billionen Euro steigen würde.

50 x € 100,- Heizkostenzuschuss zu gewinnen

TT-ePaper 4 Wochen gratis ausprobieren, ohne automatische Verlängerung

~ WEB http://www.ecb.int

http://www.bundesbank.de ~ APA537 2015-10-01/18:00


Kommentieren

Entgeltliche Einschaltung