Telfs und Seefeld denken Grenzverschiebung an

Eine Verlegung der Gemeindegrenzen im Bereich der nordischen Anlagen könnte die Verwaltung erleichtern, stößt aber auch auf Skepsis.

© Thomas Boehm / TT

Telfs, Seefeld –Eine mögliche Änderung der Gemeindegrenzen zwischen Telfs und Seefeld war am Donnerstag Thema im Telfer Gemeinderat. Hintergrund ist, dass die nordische Sportinfrastruktur rund um die Seefelder Schanzenanlage teils auf Telfer Gemeindegebiet liegt. Somit fungiert Telfs hier auch als Baubehörde, muss Erschließungskosten vorschreiben oder Bauverhandlungen abwickeln – obwohl der Grund der Gemeinde Seefeld gehört und die gesamte Infrastruktur (Kanal, Wasser, Straße) von Seefeld allein errichtet wird.

Die Überlegung, angeregt vom Telfer Bauamt, war daher, „auf Seefeld zuzugehen und eine Verlegung der Gemeindegrenzen anzuregen“, erklärt BM Christian Härting (Wir für Telfs). Denkbar wäre eine Verschiebung um ca. 90.000 Quadratmeter zugunsten von Seefeld im Bereich der nordischen Anlagen, dafür könnten ca. 110.000 Quadratmeter in Wildmoos ins Gemeindegebiet von Telfs verschoben werden. „An den Eigentumsverhältnissen ändert sich nichts, aber Seefeld wäre dann auf eigenem Grund Baubehörde“, so Härting, Es gehe also vor allem um eine „wesentliche Verwaltungserleichterung“. Auch Haftungsfragen bei Veranstaltungen spielen für Härting mit.

Im Telfer Gemeinderat stieß eine mögliche Grenzverschiebung jedoch auf Bedenken: Außer Verwaltungsvereinfachungen sehe er darin „keinen Vorteil“, meinte etwa Vize-­BM Christoph Stock (VP), der kritisch anmerkte, dass der Name „Telfs“ bei sportlichen Großveranstaltungen in Seefeld, etwa der bevorstehenden nordischen Ski-WM, „nie mittransportiert“ werde. Auch Ersatz-GR Peter Larcher (Telfs Neu) findet es „nicht so schlecht, wenn eine WM auf Telfer Boden stattfindet“. Mehrere Mandatare forderten, dass Telfs „seine Trümpfe nicht vorschnell aus der Hand geben“ solle – schließlich seien mit Seefeld ja auch noch diverse offene Fragen, etwa in Zusammenhang mit Erschließungskosten, abzuklären.

Härting, der diesen Argumenten „durchaus etwas abgewinnen“ kann, regte daraufhin eine Vertagung des Beschlusses an. Er will nun mit seinem Seefelder Amtskollegen Werner Frießer weitere Gespräche führen – und ist zuversichtlich, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Frießer, der ebenfalls auf das „ausgezeichnete Verhältnis“ zu Telfs verweist, ist überzeugt, dass eine „kleine Verwaltungsreform“ in Form einer Grenzverschiebung „alles wesentlich einfacher machen“ würde – und für Telfs „sicher kein Nachteil“ wäre. Zumal die WM in jedem Fall auch auf Telfer Boden stattfinden werde – Biathlon- und Langlaufanlagen liegen ja zum Großteil dort.

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Da Seefeld und Telfs in verschiedenen Gerichtssprengeln liegen, wäre für die Verlegung der Gemeindegrenzen übrigens nicht nur eine Zustimmung von Landesseite, sondern auch jene der Bundesregierung nötig. (md)


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