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Bund schickt Asylwerber nach Registrierung auf die Straße

Das Innsbrucker Verteilerzentrum für Asylwerber mit 250 Plätzen ist überbelegt. Damit Flüchtlinge nicht obdachlos werden, springt das Land ein.

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Symbolfoto.
© APA/HELMUT FOHRINGER

Von Peter Nindler

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Innsbruck –Seit ein paar Tagen geht nichts mehr, der Rückstau bei der Abklärung des Asylstatus von Flüchtlingen wird immer länger. Ursprünglich sollten die in sieben Bundesländern errichteten Verteilerquartiere die Erstaufnahmezentren in Thalham und Traiskirchen entlasten. Doch jetzt sind die regionalen Asylzentren des Bundes ebenso überbelegt. Zu 170 Prozent, wie es in internen Informationen des Innenministeriums heißt. Betroffen davon ist auch das Verteilerzentrum in Innsbruck in der Nähe der technischen Fakultät.

Weil nichts mehr geht, aber weiter Schutzsuchende nach Innsbruck geschickt werden, kommt es zu völlig untragbaren Zuständen. In den vergangenen Tagen wurde Asylwerbern ein Zettel in die Hand gedrückt, auf dem darauf hingewiesen wird, dass sie registriert sind und rasch ihren Aufenthaltsort bekannt geben sollten. Dann schickte man sie weg, einfach auf die Straße.

Auf Anfrage der TT bestätigte die für Flüchtlingsfragen zuständige Landesrätin Christine Baur (Grüne) diese untragbaren Zustände. „Offenbar schafft es der Bund derzeit nicht, genügend Quartiere bereitzustellen.“ Auslöser dafür seien die zu langen Abklärungsverfahren, weshalb ein Rückstau entsteht und die derzeit im Vertei­lerzentrum untergebrachten Flüchtlinge dort viel länger bleiben, als ursprünglich angedacht war. „Eigentlich sollten sie nach vier Tagen in die Versorgung der Länder übergeben werden.“

Damit die weggeschickten Asylwerber nicht obdachlos werden, ist das Land eingesprungen und hat für die Betroffenen Privatunterkünfte besorgt. Baur hofft jetzt, dass der Engpass entweder durch neue Bundesquartiere für die Erstaufnahme oder raschere Verfahren beseitigt wird. Bereits am Freitag hat der Bund in mehreren Gemeinden in Kärnten und Oberösterreich von seinem Durchgriffsrecht für neue Unterkünfte Gebrauch gemacht.

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In Innsbruck wird derzeit mit großer Unterstützung der Katholischen Jugend und der youngCaritas der Diözese Innsbruck das seit Jahren leerstehende Mädcheninternat der Barmherzigen Schwestern im Saggen als eine Herberge für rund 130 Asylwerberinnen adaptiert. Mitte Oktober sollen die ersten Flüchtlinge dort einziehen.


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