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Polnischer Bischof verwarnt homosexuellen Priester

Warschau (APA/AFP) - Nach dem öffentlichen Bekenntnis zu seiner Homosexualität ist ein polnischer Priester von seinem direkten Vorgesetzten ...

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Warschau (APA/AFP) - Nach dem öffentlichen Bekenntnis zu seiner Homosexualität ist ein polnischer Priester von seinem direkten Vorgesetzten verwarnt worden. Der Bischof von Pelplin, Ryszard Kasyna, habe gegenüber Krzysztof Charamsa eine Verwarnung ausgesprochen, damit dieser „zum Amt Christi“ zurückkehre, hieß es in einer Erklärung, die am Samstagabend auf der Webseite der Diözese veröffentlicht wurde.

Der Bischof fordere „die Priester und Gläubigen auf in dieser Absicht zu beten“. In der Erklärung heißt es, die Äußerungen Charamsas stünden im Widerspruch zum Evangelium und der Lehre der katholischen Kirche.

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Die Verwarnung des Bischofs sei der erste Schritt auf dem Weg zu einer Suspendierung des Pfarrers, sagte der Chef der polnischen katholischen Nachrichtenagentur KAI, Marcin Przeciszewski. Charamsa habe nicht gegen Kirchenrecht verstoßen, etwa durch Pädophilie. Es sei also normal, dass er zur Ordnung gerufen werde. Es sei allerdings wahrscheinlich, dass der Priester weiter öffentlich schwul leben wolle, und dies verstoße gegen die kirchliche Moral. Somit könne ein längerer Prozess der Suspendierung vom Priesteramt folgen.

Charamsa hatte mit seinem Comingout einen Tag vor Beginn der Familiensynode im Vatikan für einen handfesten Skandal gesorgt. Der 43-Jährige hatte der polnischen Ausgabe des Magazins „Newsweek“ vom Samstag gesagt, der Klerus sei „überwiegend homosexuell und traurigerweise auch homophob“. Der Zeitung „Corriere della Sera“ sagte er, die katholische Kirche müsse hinsichtlich gläubiger Homosexueller „die Augen öffnen und verstehen, dass ihre Lösung, totale Abstinenz und ein Leben ohne Liebe zu leben, unmenschlich ist“. Der Priester zeigte sich in Rom bei einer Pressekonferenz demonstrativ mit seinem Partner.

Der Vatikan reagierte erbost und zog umgehend Konsequenzen: Er enthob Charamsa seines Amts in der Glaubenskongregation. Über seine priesterliche Zukunft müsse sein zuständiger Bischof entscheiden, erklärte Sprecher Federico Lombardi, der Charamsas Äußerungen als „schwerwiegend und unverantwortlich“ bezeichnete.


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