Johann hat fünf neue Mamas: Kühe adoptieren Wildschwein

Ein verwaister Frischling war in Deutschland auf der Suche nach einer neuen Familie. Eine Kuh-Herde nahm sich dem jungen Wildschwein an.

Johann, der kleine Frischling, mit zwei seiner "Adoptivmamas".
© dpa/Swen Pförtner

Göttingen – Ein vermutlich verwaister Frischling hat sich im Landkreis Göttingen in Deutschland eine neue Familie gesucht. Das kleine Wildschwein, das inzwischen den Namen „Johann“ trägt, lebt bei Rindern auf einer Weide nahe Meensen. Vor rund zwei Wochen habe sein Sohn den Frischling inmitten einer Herde entdeckt, berichtet Landwirt Jochen Kraft. Die Kühe hätten sich um Johann gekümmert, als sei er ihr eigenes Kalb. Das kleine Wildschein wurde demnach sauber geleckt und durfte sich ankuscheln.

Johann hält mit einer seiner fünf Ziehmütter Ausschau.
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Nachdem Medien über die ungewöhnliche „Willkommenskultur auf der Weide“ für den Gast mit „Migrationshintergrund“ berichtet hatten, habe es einen kleinen Besucherboom gegeben, sagt Landwirt Kraft. Johann sei dieser Rummel vermutlich zu viel geworden. Das Wildschwein habe sich jedenfalls eine neue Paten-Familie auf einer nur wenige Hundert Meter entfernten Weide in Waldnähe gesucht. Dort lebt der Frischling jetzt mit fünf tragenden Rindern zusammen. Johann werde auch von diesen Tieren geduldet und gut behandelt, sagt Kraft. Futter finde Johann genug: «Er gräbt nach Engerlingen und frisst Eicheln.»

Im Jahr 2010 hatte im Landkreis Göttingen schon einmal ein kleines Wildschwein namens „Friederike“ für Schlagzeilen gesorgt. Es hatte sich einer Herde von Galloway-Rindern angeschlossen. Experten vermuteten damals, dass es seine eigene Rotte verloren und sich deshalb eine neue Herde gesucht hatte. „Friederike“ war nach einigen Monaten auf der Weide an einer Magen-Darm-Entzündung gestorben. (dpa)

Die tragenden Kühe passen gut auf das kleine Wildschwein auf.
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