Das Mädchen mit der großen Waffe

Innsbruck – Alles, was es für einen Film brauche, sei ein Mädchen und eine Waffe, sagte der französische Regisseur Jean-Luc Godard einst. Un...

Für Sängerin Lana Del Rey ist Kurt Cobain ein Vorbild für aufrichtige und persönliche Texte.
© Neil Krug

Innsbruck –Alles, was es für einen Film brauche, sei ein Mädchen und eine Waffe, sagte der französische Regisseur Jean-Luc Godard einst. Und Lana Del Rey – musikalisch und visuell beeindruckend stilsichere Kunstfigur – verfährt mit ihren Paparazzi nach der von Godard ausgegebenen Devise. Im Videoclip zu „High By The Beach“ holt sie mit einer besonders großen Waffe einen Helikopter vom Himmel. Del Rey ist freilich nicht irgendein Mädchen, sie ist dunkle Göttin der „Music Noir“, Beauty-Queen aus dem US-Trailerpark und Traum aller Sugardaddys, denen die Träume abhandengekommen sind. Zwischen Nostalgie und Melancholie entwarf die US-Sängerin 2011 mit dem Song „Video Games“ ein derart bestrickendes Universum, dass die Sozialen Netzwerke in Schwingungen gerieten. Ihre Persona hat sie seitdem kontinuierlich ausgebaut und verfestigt. Sie lebe in ihrer Kunst und sei nicht für diese Erde gemacht, schrieb Multitalent James Franco über seine Muse, die er zum Gegenstand eines Buches macht. „Flip-Side“ heißt das Werk, das aus „echten und imaginären“ Unterhaltungen mit Del Rey besteht und 2016 erscheinen soll.

Die Künstlerin selbst hat dieser Tage ihr drittes Album, „Honeymoon“, vorgelegt. Die Liebe bleibt in diesen zwölf neuen, verstörend schönen Songs existenzbedrohend, doch ein zunehmend lakonischer Ton dominiert auf diesem getragenen Werk. „Now you’re just another one of my problems“, heißt es in „High By The Beach“. Das mit Studiopartner Rick Nowels produzierte Album lässt Del Reys dunkel vibrierender Stimme den Raum, der ihr auf den beiden Vorgängern manchesmal zu fehlen schien, „Honeymoon“ ist künstlerisch das bislang interessanteste Album der 30-Jährigen. (sire)

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