Eurozone - Stimmung der Einkaufsmanager überraschend stark eingetrübt

London (APA/dpa-AFX) - Die Hoffnung auf eine deutliche Erholung der Konjunktur in der Eurozone hat einen Dämpfer erhalten. Im September trüb...

London (APA/dpa-AFX) - Die Hoffnung auf eine deutliche Erholung der Konjunktur in der Eurozone hat einen Dämpfer erhalten. Im September trübte sich die Stimmung der Einkaufsmanager überraschend stark ein. Der Einkaufsmanagerindex - eine Unternehmensumfrage - fiel von 54,3 Punkten im August auf revidierte 53,6 Punkte, wie das Forschungsinstitut Markit am Montag in London laut einer zweiten Schätzung mitteilte.

Zunächst war ein Rückgang auf 53,9 Punkte ermittelt worden. Allerdings hatte der Stimmungswert im August ein mehrjähriges Hoch erreicht.

Trotz des Rückschlags liegt der Indikator weiter deutlich über der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Alle Werte oberhalb dieser Trennlinie deuten auf Wachstum hin. Allerdings trübte sich die Stimmung im September im Bereich Dienstleistungen stärker als erwartet ein. Bereits in der vergangenen Woche hatte Markit auch in der Industrie eine leichte Stimmungseintrübung gemeldet.

„Mit der Abkühlung im September steigt das Risiko, dass das Wachstum im vierten Quartal weiter nachlässt“, kommentierte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Seiner Einschätzung nach steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Geldschleusen im Kampf für mehr Wachstum weiter öffnen wird.

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Einen überraschend deutlichen Stimmungsdämpfer gab es in Italien während sich die Stimmung in Frankreich überraschend stark aufhellte. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone deuten die Daten nach Einschätzung von Markit auf eine moderate Expansion im dritten Quartal hin.

Besonders kräftig trübten sich die spanischen Umfragewerte aus dem Bereich Dienstleistungen ein. Hier fiel der entsprechende Stimmungsindikator auf ein Jahrestief. Die Daten deuten darauf hin, dass die Entwicklung im spanischen Dienstleistungssektor ihren Höhepunkt überschritten habe, so die Einschätzung von Markit-Volkswirt Andrew Harker. Er rechnet für die restlichen Monate des Jahres mit Hinweisen, ob die spanische Wirtschaft sich weiter erholen oder wieder zurück in die Stagnation fallen wird.


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