Welser FPÖ-Bürgermeisterkandidat für eigenes Integrationsressort

Wels (APA) - Der Welser FPÖ-Bürgermeisterkandidat Andreas Rabl hat am Montag, knapp eine Woche vor der Stichwahl, bereits sein Arbeitsprogra...

Wels (APA) - Der Welser FPÖ-Bürgermeisterkandidat Andreas Rabl hat am Montag, knapp eine Woche vor der Stichwahl, bereits sein Arbeitsprogramm für die ersten 100 Tage als mögliches neues Stadtoberhaupt präsentiert. Wenig überraschend zählt die Integration dazu. Ein eigenes Ressort dieser „Querschnittsmaterie“ zu dem Sicherheit oder Soziales dazugehören, sowie Sprachklassen in Kindergärten wolle er einführen.

Außer Streit stehe für ihn, dass in Wels mit einem im Vergleich zum Land Oberösterreich überdurchschnittlich hohen Ausländeranteil von 21,6 Prozent ein eigenes Integrationsressort benötige. Vor allem die Sprachförderung stehe an erster Stelle, diese habe im Kindergarten in separaten Gruppen stattzufinden. Außerdem will Rabl künftig regelmäßig alle zwei Wochen Bürgermeistersprechstunden einführen, teilte er in einer Pressekonferenz mit.

Mit einem Vorsprung von 20 Prozentpunkten ist die Ausgangslage für den FPÖ-Kandidaten kommenden Sonntag denkbar günstig. Sein Konkurrent Hermann Wimmer von der SPÖ schaffte im ersten Wahldurchgang am 27. September nur 27, 8 Prozent. Nachdem die Blauen schon bei der am selben Tag abgehaltenen Gemeinderatswahl mit 43 Prozent den Roten (27 Prozent) den ersten Platz abspenstig gemacht haben, könnte mit Rabls Wahl zum Bürgermeister die SPÖ-Bastion Wels am 11. Oktober endgültig fallen. Trotz der „super Ausgangslage“ will der FPÖ-Kandidat aber nicht in Euphorie verfallen. „Ausschlaggebendes Kriterium wird die Wahlbeteiligung“. Daher hieße es diese Woche für ihn noch „laufen und unterwegs sein“. Und dies vor allem in den Altenheimen, denn dort habe laut Analyse des 27. September die „Schwäche im Stimmverhalten“ gelegen.

Wenig beeindruckt zeigte sich Rabl von der für Samstagabend angekündigten Demonstration „für ein weltoffenes Wels“. Vertreter der Sozialistische Jugend, Junge Grüne, und die Welser Initiative gegen Faschismus wollen an dem Marsch gegen Braun teilnehmen: „Freie Meinungsäußerung ist ein Grundrecht in der Demokratie“. Wesentlich mehr beschäftige ihn derzeit, wie es nach der Stichwahl in der Stadt weitergehen soll, denn im Welser Stadtsenat herrscht eine Patt-Situation, die FPÖ hat vier von acht Sitzen. Daher will er am Dienstag 13. Oktober mit den anderen Partien Sondierungsgespräche für eine mögliche Zusammenarbeit führen. Auch die Ressortverteilung sei Thema. Als möglicher Neo-Bürgermeister will er sowohl Personal als auch die Finanzen, der Rest werde sich zeigen.


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