Flüchtlinge - Hundstorfer: Thema wird nicht mehr verschwinden

Luxemburg (APA) - Die Flüchtlingskrise werde ein Dauerthema in der EU sein, „das wird nicht mehr verschwinden“, sagte Sozialminister Rudolf ...

Luxemburg (APA) - Die Flüchtlingskrise werde ein Dauerthema in der EU sein, „das wird nicht mehr verschwinden“, sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) nach dem Rat seiner Ressortkollegen Montag in Luxemburg. Beim S seien derzeit 18.000 Asylberechtigte vorgemerkt. Darüber hinaus hätten 4.056 Asylwerber in diesem Jahr Arbeit gefunden.

„Es ist nicht so, dass das nicht geht. Die Frage ist nur, wo und wie“, sagte Hundstorfer. Eine Grundvoraussetzung sei das Erlernen der Sprache für Asylwerber. Dies müsste in der Zeit des Asylverfahrens intensiv angegangen werden. Die Dauer der Asylverfahren dürfe andererseits nicht zu lang sein. Derzeit dürfte diese bei vier bis sechs Monaten liegen.

Von den 18.000 beim AMS gemeldeten Asylwerbern müssten laut Hundstorfer 11.000 abgezogen werden. Diese Menschen erhielten Mindestsicherung, weil sie ganz frisch gekommen seien. Arbeitslosengeld gebe es für diese Gruppe deswegen nicht, weil sie noch nie in Österreich gearbeitet haben. Außerdem würden Personen, die schon zehn Jahre im Land sind, und dann arbeitslos wurden, ebenfalls als Asylberechtigte ausgewiesen, weil sie keine österreichische Staatsbürgerschaft besitzen und damit den Aufenthaltstitel Asyl haben.

Von den Asylwerbern seien die syrischen und ein Teil der afghanischen Flüchtlinge „sehr gut drauf, die wollen“ die Sprache lernen und arbeiten. Das Problem dabei sei auch, dass manche in Afghanistan in den vergangenen Jahrzehnten keine Schulbildung hatten. Trotzdem sei dies lösbar, so Hundstorfer.

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Bei einem Kompetenzcheck habe er 110 Flüchtlinge persönlich kennengelernt. „Da war alles dabei. Zahnärzte und andere, die sagten, ich habe nichts, nur meine beiden Hände. Jetzt versuchen wir trotzdem aus der Motivation heraus, schnell zu lernen. Während der Schulungsmaßnahmen ist die Gruppe um drei Männer auf einmal weniger gewesen - weil die Jobs als Maler und Anstreicher gefunden haben“.

Der Sozialminister appellierte an seine Ressortkollegen, zunächst die Verteilung der 120.000 Flüchtlinge auf die Staaten umzusetzen. „Als erstes muss das gelöst werden“. EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen habe beim EU-Ministerrat vorgeschlagen, mit europäischen Fonds noch flexibler umzugehen, um mehr Geld für die Flüchtlingskrise bereitstellen zu können.


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