Frankfurter Börse

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die Hoffnung auf weiterhin billiges Notenbank-Geld hat dem DAX am Montag zu einer kräftigen Erholung verho...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die Hoffnung auf weiterhin billiges Notenbank-Geld hat dem DAX am Montag zu einer kräftigen Erholung verholfen. Eine Ausnahme bildeten die Aktien des Salz- und Düngerherstellers K+S, die knapp ein Viertel an Wert einbüßten, nachdem der kanadische Wettbewerber Potash sein Übernahmevorhaben abgeblasen hatte.

Der deutsche Leitindex stieg um 2,74 Prozent auf 9.814,79 Punkte, nachdem er am Freitag bereits im Plus geschlossen und damit seinen Wochenverlust auf knapp eineinhalb Prozent verringert hatte. Der VW-Abgasskandal und Sorgen um die Weltwirtschaft hatten die Kurse zuvor schwer belastet. Mittlerweile liegt das Börsenbarometer seit Jahresbeginn wieder knapp im Plus.

Der MDAX der mittelgroßen Werte zog um 2,61 Prozent auf 19.827,18 Punkte an. Für den Technologiewerte-Index TecDAX ging es um 2,62 Prozent auf 1.783,27 Punkte nach oben.

Börsianer begründeten die Gewinne am deutschen Aktienmarkt mit der freundlichen Stimmung an der Wall Street. Dort gingen nun mehr und mehr Anleger von einer Verschiebung der Zinswende in den USA ins neue Jahr aus, sagten Börsianer. Weiterhin niedrige Zinsen würden Aktien auch in Zukunft gegenüber anderen Anlageformen wie etwa Anleihen begünstigen.

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Das Wachstum der US-Wirtschaft der jüngeren Vergangenheit stehe offenbar auf einem sehr wackligen Fundament, schrieb Analyst Jens Klatt von DailyFX. An Zinsanhebungen sei unter diesen Umständen nicht zu denken, eher werde man die Geldschleusen seitens der US-Notenbank noch einmal aufmachen.

Die Anteilsscheine von K+S brachen als einziger Verlierer im DAX um 24,66 Prozent auf 23,355 Euro ein. Potash verfolgt seinen Übernahmeversuch wegen der zuletzt stark eingetrübten Marktlage und des heftigen Widerstands der Führungsriege des Kasseler Salz- und Düngemittelherstellers nicht mehr weiter. Die Kanadier hatten seit den Sommermonaten versucht, K+S für 41 Euro je Aktie zu kaufen.

Vor dem Hintergrund immer neuer Details im Skandal um manipulierte Abgastests waren die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) am Vormittag noch auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren abgerutscht. Im Handelsverlauf erholten sie sich jedoch und schlossen mehr als 1 Prozent höher. Börsianer begründeten dies mit dem wieder etwas schwächeren Euro, der die Absatzchancen der exportorientierten Automobilkonzerne wie etwa VW verbessere.

Im SDAX fielen die Papiere von HHLA gegen den Trend um 0,59 Prozent. Kurz vor Handelsschluss hatte der Hamburger Hafenbetreiber wegen eines schwächeren Containergeschäfts seine Prognose für das laufende Jahr gekappt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,43 Prozent am Freitag auf 0,41 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 139,96 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,40 Prozent auf 156,52 Punkte. Der Kurs des Euro gab zuletzt wieder etwas nach und notierte bei 1,1200 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1236 (Freitag: 1,1160) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8900 (0,8961) Euro.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA523 2015-10-05/18:30


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