Börse London schließt sehr fest, FTSE-100 gewinnt 2,76 Prozent

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London (APA) - Der Londoner Aktienmarkt hat sich heute dem globalen Trend der Kursgewinne angeschlossen und ging mit einem klaren Plus aus dem Handel. Positive Vorgaben aus Asien und den USA beflügelten schon am Vormittag die Märkte. Der FTSE-100 Index schloss bei 6.298,92 Punkten und einem satten Plus von 168,94 Einheiten oder 2,76 Prozent.

Die Stimmung der britischen Dienstleister hat sich im September deutlich verschlechtert. Der Einkaufsmanagerindex fiel von 55,6 Punkten im Vormonat auf 53,3 Punkte. Das ist der tiefste Stand seit April 2013. Bankvolkswirte hatten dagegen eine Stimmungsverbesserung erwartet. Das britische Pfund gab nach Bekanntwerden der Zahlen zu Euro und Dollar nach.

Der Indikator folgt damit der Entwicklung in der Industrie. Dort hatte sich das Stimmungsbarometer in den vergangenen Monaten wesentlich stärker eingetrübt als im Servicesektor. Die Dienstleistungsbranche ist für die britische Wirtschaft aufgrund ihrer Größe entscheidender als die Industrie. Während das verarbeitende Gewerbe nach Expertenmeinung unter der Wachstumsflaute in den Schwellenländern und dem starken Pfund leidet, hat der Servicesektor bis zuletzt von der robusten Binnenkonjunktur profitiert.

Angeführt wurde der Anstieg von den Rohstoffwerten: Die am Boden liegenden Preise für Edel- und Nicht-Edelmetalle stabilisierten sich weiter und konnten sich zum Teil etwas erholen. Alles voran preschten Glencore-Papiere in London um 21,05 Prozent nach oben. Einem Bericht zufolge sei Glencore für Gebote offen und wolle Teile des Agrargeschäfts abgeben. Zudem stufte die Societe Generale das Papier auf „Buy“ hoch.

Daneben rückte die Rüstungsbranche in den Fokus der Anleger. Rüstungsexperten gehen von einem rasanten Anwachsen - jährlich 5,5 Prozent - des Marktes für militärische Drohnen aus. Schon bis 2024 könne sich der Markt nahezu verdoppeln und dann einen Umfang jenseits von zehn Milliarden Dollar (8,9 Mrd. Euro) erreichen, erklärte das Analyseinstitut IHS Jane‘s am Freitag in London.

So will Premierminister David Cameron zur Stärkung der britischen Spezialeinheiten zwanzig der neuesten US-Kampfdrohnen für Einsätze in Syrien und Irak anschaffen. Die sogenannten „Protector“-Drohnen kosten Berichten zufolge mehr als 10 Millionen Pfund (14 Millionen Euro). Die Anteilsscheine von BAE Systems stiegen 3,19 Prozent und auch Meggitt profitierten mit plus 2,55 Prozent.

Gegen den allgemeinen Trend sackten Playtech 2,60 Prozent ab. Die Central Bank of Ireland hatte die geplante Übernahme von Ava Trade abgelehnt. Anleger fürchten nun um die Übernahme von Plus500, welche immer noch grünes Licht von den Behörden benötigt, schreibt das Nachrichtenportal „The Guardian“.

Außerdem will sich die britische Regierung im Frühjahr 2016 komplett von ihren Anteilen an der einst mit Steuergeldern vor der Pleite geretteten Großbank Lloyds trennen. Dabei sollen Aktien im Wert von mindestens 2 Mrd. Pfund (2,7 Mrd. Euro) an private Investoren verkauft werden. Die Regierung hatte Lloyds 2008 in der Finanzkrise aufgefangen und umgerechnet knapp 25 Mrd. Euro an Steuermitteln in das Geldhaus gepumpt. Die Lloyds-Papiere gingen mit plus 0,94 Prozent aus dem Handel.

~ ISIN GB0001383545 ~ APA530 2015-10-05/18:42


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