James Bond - „Geschüttelt, nicht gerührt“ - oder doch umgekehrt?

London (APA) - „Geschüttelt, nicht gerührt“: James Bonds favorisierte Zubereitung eines Martinis ist eines der berühmtesten Filmzitate. 007-...

London (APA) - „Geschüttelt, nicht gerührt“: James Bonds favorisierte Zubereitung eines Martinis ist eines der berühmtesten Filmzitate. 007-Autor Ian Flemming hat seinen Cocktail in der Londoner Dukes Bar genossen, noch heute eine Top-Adresse. Dort war Roberto De Vivo lange als Barkeeper tätig. Mittlerweile mixt der Italiener im Hotel Mandeville und erklärt gerne, warum er eigentlich „gerührt“ bevorzugt.

„Drei Teile Wodka, einen Schuss Wermut, mit Eis geschüttelt und mit einer Olive angereichert, das wäre der klassische Martini von 007“, erzählt De Vivo, während er an der imposanten Hotelbar im Herzen der englischen Metropole jede Menge Gläser und Flaschen hervorholt. „James Bond bevorzugt russischen Wodka, wenn nicht gerade ein polnischer Hersteller viel Geld zahlt, um im Film vorzukommen.“ Oder gar ein Bierhersteller den Agenten dazu bringt, zum Gerstensaft zu greifen.

Im Mandeville - stilgerecht über die U-Band-Station Bond Street und dann zu Fuß über die James Street zu erreichen - werden ganzjährig Martini-Masterclasses abgehalten. Roberto De Vivo rät den Teilnehmern, sich nicht auf die Bond-Methode zu versteifen. „Ich mag den Drink lieber gerührt, weil er dabei nicht vom Eis verwässert wird.“ Damit nicht genug: Der Barkeeper favorisiert Gin statt Wodka, „weil dieser mehr Geschmack hat“. Und er quetscht aus einer unbehandelten Zitronenschale ein paar Spritzer heraus und lässt die Olive Olive sein.

„Ganz ehrlich: Beim Martini zählt nur das, was einem mundet. Es gibt kein ‚richtiges‘ Rezept“, lächelt De Vivo. „Wenn du einen Barkeeper findest, der den perfekten Martini nach deinem Geschmack mixt, dann wird er dein bester Freund.“ Flemming, der 1953 mit „Casino Royal“ seinen ersten Bond-Roman schrieb, dürfte es im Dukes so ergangen sein, ist der 007-Martini doch von einem dort tätig gewesenen Bartender inspiriert.

Apropos „Casino Royal“: In diesem Abenteuer lässt sich Bond einen „Martini Vesper“ mixen. Dieser setzt sich aus drei Teilen Gin, einem Teil Wodka und etwas Lillet zusammen. Bei letzterem handelt es sich um einen Aperitif aus Frankreich. Auch dieses Getränk hat De Vivo rasch mit den Masterclass-Schülern zubereitet.

Im Dukes kommen die Gläser vereist aus dem Kühlschrank. Im Mandeville greift De Vivo zu einem Trick: Die Trinkgefäße werden zunächst mit zerstoßenem Eis gefüllt, darüber Soda gegossen. Nach kurzer Zeit sind die Gläser schön kalt, der Inhalt wird ausgeschüttet. Den Alkohol rührt De Vivo im Shaker exakt 15 Mal: „So wird der Martini nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt“, sagt er und erhebt das Glas: „Auf James Bond!“

(S E R V I C E - Das Mandeville bietet zum Filmstart von „Spectre“ auch eigene James-Bond-Pakete an: www.mandeville.co.uk)


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