Alles auf Anfang: Popsternchen Selena Gomez erfindet sich neu

London (APA/dpa) - „Revival“ - also Wiederbelebung. Klarer hätte die Ansage im Titel des neuen Albums nicht sein können: Selena Gomez hat di...

London (APA/dpa) - „Revival“ - also Wiederbelebung. Klarer hätte die Ansage im Titel des neuen Albums nicht sein können: Selena Gomez hat die Vergangenheit hinter sich gelassen und überlegt, wo sie eigentlich in Zukunft hin will. Es ist ein Neuanfang nicht nur auf dem Papier - Gomez hat für ihr erstes Album seit zwei Jahren Management und Label gewechselt und im Studio die Regie übernommen.

Zum ersten Mal hat die 23-jährige Texanerin nicht nur gesungen, sondern auch geschrieben und produziert. „Es war nervenaufreibend“, sagt sie im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. „Aber ich habe mich nach dieser Unabhängigkeit, dieser Freiheit gesehnt.“ Das Ergebnis ist ein Album, das erwachsener klingt als vieles, was Gomez davor gemacht hat. Die elf Songs haben ausgeklügelte Beats, eingängige Refrains und sogar die eine oder andere Kante.

„Es war ein wichtiges Album für mich“, betont die Sängerin, „es repräsentiert, wer ich bin.“ Das sagt eine Frau, die lange Zeit von außen definiert wurde. Gomez war neun Jahre alt, als sie zum ersten Mal vor der Kamera stand. Mit 14 bekam sie die Hauptrolle in der Disney-Serie „Die Zauberer vom Waverly Place“, die sie unter Teenagern zum Star machte, und das strahlend saubere Disney-Image gleich dazu.

Die Fassade bekam Risse, als Gomez mit Justin Bieber (21) anbandelte. Der ehemalige Kinderstar aus Kanada leistete sich einen Skandal nach dem anderen, die Beziehung mit Gomez war mal vorbei, mal wieder nicht. Die Medien nahmen jede neue Entwicklung auf, berichteten mehr über Gomez‘ Privatleben als über ihre Musik und Schauspielerei.

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So erklärt sich auch eine gewisse Vorsicht der Sängerin gegenüber der Presse: Fragen zu Bieber sind tabu, Privatleben generell sei kein gutes Thema, sagt das Management. Gomez selbst ist im Interview freundlich, durch und durch professionell und zieht sich im Zweifel auf Phrasen zurück wie „ich glaube, dass alles aus einem Grund passiert“ und „mich inspirieren Erfahrungen“.

Zugänglicher ist sie auf Instagram und Twitter. Hier schreibt sie von Angstattacken und fragt in schlaflosen Nächten, ob noch jemand wach sei, teilt Bilder von Freunden und Familie. „Das ist die Verbindung zu meinen Fans“, erklärt sie. „Ich will nicht unberührbar sein, ich will, dass sie das Gefühl haben, mich zu kennen.“

Ihre beste Möglichkeit, die neue Selena der Welt vorzustellen, bleibt aber das Album. Auf Songs, für die sie sich einige der renommiertesten Produzententeams der USA ins Studio geholt hat, klingt Gomez entspannt, selbstbewusst, ein bisschen kokett. Sogar für ein wenig Selbstironie ist Platz: „Can‘t keep my hands to myself“, ich kann meine Hände nicht bei mir behalten, haucht sie scheinbar willenlos, nur um im nächsten Moment herausfordernd zu fragen „but why would I want to“ - aber warum sollte ich das auch wollen?

Bei allem Selbstbewusstsein und Neuanfang: Echos ihrer Vergangenheit klingen doch immer wieder an. So fällt es schwer, keine Anspielung auf Bieber zu hören, wenn sie (auf dem gleichnamigen Track) singt „I‘m so sick of that same old love“, ich habe diese immer gleiche alte Liebe so satt. „Ich bin sehr ehrlich in meiner Musik“, sagt Gomez dazu nur.

(S E R V I C E - https://www.selenagomez.com)


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