Steuervorteile für Konzerne sollen entgültig fallen

Die EU-Finanzminister wollen einen automatischen Informationsaustausch. Finanzminister Schelling ist zuversichtlich.

Im Schnitt dauert es vom Antrag zur Auszahlung der Familienbeihilfe 27 Tage.
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Luxenburg – Nachdem die Industrieländer-Organisation OECD gestern Montag ihren 15-Punkteplan gegen die Steuerflucht großer international agierender Konzerne vorgelegt hat, machen auch die EU-Finanzminister Druck. Sie drängen unter anderem auf eine Entscheidung zu einem automatischen Informationsaustausch über das sogenannte „tax ruling“ (Steuervorbescheide).

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) zeigte sich heute, Dienstag vor Beginn des Rats für Wirtschaft und Finanzen (ECOFIN) in Luxemburg zuversichtlich betreffend einer Einigung. Es sei „sinnvoll, die Dinge zu harmonisieren“. Einige Punkte seien noch offen, etwa die Frage der Rückwirkung - also wie lange „tax rulings“ von dem Informationsaustausch zwischen den EU-Staaten erfasst sein sollen. Österreich sei für den Kompromiss auf fünf Jahre - anstatt der ursprünglich geplanten zehn Jahre. Jedenfalls sei das Thema eines der Schwerpunkte im Steuerbereich. Es sei eben wichtig, Steuern zu bezahlen.

Die „tax rulings“ waren nach dem Lux-Leaks-Skandal in die Schlagzeilen geraten. Konkret ging es darum, dass Konzernen besondere Steuervorteile in EU-Staaten gewährt wurden, einige mussten überhaupt keine Abgaben bezahlen. Vor allem Luxemburg war ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, aber auch Irland und die Niederlande schlossen mit Konzernen besondere Steuer-Deals ab. Die bisherigen Untersuchungen zeigten zwar, dass rechtlich de facto alles in Ordnung sei, moralisch aber nicht. EU-Steuerkommissar Pierre Moscovici unterstrich vor Beginn des ECOFIN ebenfalls die Bedeutung der Steuertransparenz bei „tax rulings“. Eine genaue Zahl, wie viele solcher Steuervorbescheide überhaupt in der EU existierten, gebe es nicht. Schelling sagte, in Österreich seien es nur sehr wenige solcher Steuervorbescheide.

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem zeigte sich überzeugt, dass der EU-Finanzministerrat eine Einigung erzielen wird. Es gehe darum, dass Staaten mit „tax rulings“ keine Steuervermeidungspraxis betreiben könnten. (APA, TT.com)

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