Tschechischer EPH-Konzern buhlt um Anteile an Edison-Gruppe

Rom/Paris (APA) - Der tschechische Energiekonzern EPH des Unternehmers Daniel Kretinsky ist derzeit auf Expansionskurs. Kretinsky verhandelt...

Rom/Paris (APA) - Der tschechische Energiekonzern EPH des Unternehmers Daniel Kretinsky ist derzeit auf Expansionskurs. Kretinsky verhandelt mit Electricite de France (Edf) um die Übernahme eines bis zu 49-prozentigen Aktienpakets am italienischen Energiekonzern Edison, berichteten italienische Medien.

Dabei müssen sich die Tschechen auf Konkurrenz in Italien gefasst machen. Auch der italienische Investmentfonds F2i und die in Mailand notierte Energiegruppe A2a haben Interesse an einer Minderheitsbeteiligung an Edison signalisiert. Der neue Edf-Chef Jean Bernard-Levy hatte kürzlich Pläne seines Konzerns enthüllt, einen Partner für Edison zu finden.

EPH führt bereits exklusive Verhandlungen mit dem italienischen Energiekoloss Enel über sein Mehrheitspaket von 66 Prozent am slowakischen Energieversorger Slovenske Elektrarne (SE). Bis Jahresende soll ein Anteil von circa 30 Prozent am slowakischen Unternehmen verkauft werden. Der restliche Anteil des Aktienpakets soll nach der Fertigstellung des Atomkraftwerks Mochovce verkauft werden. Der italienische Stromriese erwartet sich von dem Verkauf der SE-Beteiligung Einnahmen von 1,3 Mrd. Euro. 840 Mio. Euro hatte Enel für das Aktienpaket im Jahr 2006 gezahlt.

EPH hatte im Juli bereits fünf italienische Gaskraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 3.500 Megawatt sowie ein Kohlekraftwerk auf Sardinien übernommen. Verkäufer war der deutsche Energiekonzern E.ON in Italien, der einen Schuldenberg von 31 Mrd. Euro vor sich herschiebt. Damit ist EPH zu Italiens viertstärkstem Stromproduzenten aufgestiegen.

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