Wegen Bakterium: In Italien werden 3.000 Olivenbäume gefällt

Rom (APA) - Um die weitere Ausbreitung des Bakteriums Xylella zu stoppen, müssen in der süditalienischen Region Apulien 3.000 Olivenbäume ge...

Rom (APA) - Um die weitere Ausbreitung des Bakteriums Xylella zu stoppen, müssen in der süditalienischen Region Apulien 3.000 Olivenbäume gefällt werden. Die betroffenen Bauern protestieren dagegen.

Italien kämpft seit Monaten gegen die Ausbreitung des aus Amerika eingeschleppten Bakteriums. Xylella Fastidiosa befällt Olivenbäume und ist nach EU-Angaben auch für andere Pflanzen gefährlich. Ein von der Regierung beauftragter Kommissar, Giuseppe Silletti, gibt den Olivenbauer jetzt zehn Tage Zeit, um die kranken Olivenbäume zu fällen. Ansonsten droht ihnen eine Strafe. Die Olivenbauern wollen jedoch über rechtliche Wege die Abholzung stoppen. Das Fällen von Bäumen in einem Radius von 100 Metern um ein von dem Bakterium befallenes Exemplar wie von der EU vorgeschrieben, sei nicht verkraftbar.

Für jeden gefällten Olivenbau bekommen die apulischen Bauern eine Entschädigung zwischen 98 und 146 Euro bis zu einem Höchstbetrag von 15.000 Euro. Sie betrachten diese Entschädigung jedoch als zu niedrig. „Die Situation ist schwierig und wir müssen alle zusammenarbeiten, damit sich das Bakterium nicht noch weiter ausbreitet“, argumentierte Silletti.

Bisher gibt es kein Mittel gegen den gefährlichen Erreger. Das Bakterium Xylella fastidiosa verursacht unter anderem die Pierce-Krankheit an Rebstöcken und Zitrusfrüchten. Dabei verfärben sich die Blätter braun und es werden nur noch kleine harte Früchte gebildet. Letztlich sterben die Pflanzen ab.

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Die Staaten sind künftig verpflichtet, neue Ausbrüche in der EU zu melden, Daten zu sammeln und die betroffenen Regionen abzugrenzen. Die EU-Experten einigten sich außerdem wegen des hohen Übertragungsrisikos auf ein Importverbot für Kaffeepflanzen aus Honduras und Costa Rica. Das Bakterium war in der EU erstmals im Oktober 2013 in Italien aufgetaucht.


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