Lanxess trotzt China-Schwäche - Kräftiges Ergebnisplus

Leverkusen (APA/Reuters) - Der deutsche Chemiekonzern Lanxess hat seinen Gewinn im dritten Quartal trotz der Konjunkturabkühlung in China de...

Leverkusen (APA/Reuters) - Der deutsche Chemiekonzern Lanxess hat seinen Gewinn im dritten Quartal trotz der Konjunkturabkühlung in China deutlich gesteigert. „Das dritte Quartal ist gut gelaufen“, sagte Vorstandschef Matthias Zachert am Dienstag im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

„Wir gehen aufgrund der letzten Monate davon aus, dass wir im dritten Quartal ein Ergebnis einfahren werden, das rund zehn Prozent über dem Vorjahreswert liegen wird.“ Im dritten Quartal 2014 hatte Lanxess einen Gewinn vor Sondereinflüssen (Ebitda) von 210 Mio. Euro erwirtschaftet. „Wir haben im August angedeutet, dass wir gut unterwegs sind. Das möchten wir heute sehr deutlich bestätigen.“

Nach Ansicht Zacherts sind die Investoren am Aktienmarkt deutlich moderater in ihrer Einschätzung. „Doch unsere Jahres-Guidance passt grosso modo nach wie vor.“ Diese sieht für das laufende Jahr ein Ebitda vor Sondereinflüssen zwischen 840 und 880 Mio. Euro vor. Seit Vorlage der Halbjahreszahlen Anfang August haben die Lanxess-Aktien mehr als 20 Prozent an Wert verloren. Der deutsche Aktienmarkt steht seit Sommer vor allem wegen der Konjunktursorgen um China unter Druck. „Lanxess zeigt, dass es auch Unternehmen gibt, die sich in einem schwierigen Umfeld ganz gut schlagen“, sagte Zachert. Der Kölner Konzern hat in diesem Jahr bereits zweimal seine Ergebnisprognose angehoben. Die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal will Lanxess am 5. November veröffentlichen.

Vor allem in Nordamerika und Europa habe sich das Geschäft für Lanxess positiv entwickelt, sagte Zachert. „China läuft schwächer, wir laufen aber in Europa und Nordamerika gut und teilweise erfreulicher als ursprünglich erwartet.“ Europa entwickle sich etwas besser als im letzten Jahr. Das liege zum einen daran, dass die deutsche Konjunktur gut unterwegs sei, dazu trügen aber auch die südeuropäischen Länder wieder etwas mehr bei. In Nordamerika liefen der Automobil- und der Häusermarkt rund. Daneben profitiere Lanxess auch von günstigen Wechselkurseffekten und seinen Sparanstrengungen. Lanxess sei mit seiner Neuausrichtung 2015 gut vorangekommen.

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Die Entwicklung in China habe der Vorstand bereits im August in seiner Prognose berücksichtigt. Lanxess habe mit einer Abschwächung im zweiten Halbjahr schon gerechnet. „Daher trifft uns das vielleicht nicht so stark wie andere“, sagte Zachert. China schwäche sich zwar ab, zeige aber keinen dramatischen Einbruch. „Mittelfristig sehen wir China weiter als Wachstumsland wenn auch mit etwas moderateren Wachstumsraten.“ In China erzielte Lanxess zuletzt mehr als zehn Prozent seines Umsatzes, insgesamt trägt die Region Asien-Pazifik gut 26 Prozent zu den Erlösen bei. Jeweils 17 Prozent kommen aus Nordamerika und Deutschland, mehr als zehn aus Lateinamerika und gut 29 Prozent aus der Region EMEA.

Lanxess-Aktien lagen am Dienstagnachmittag 3,1 Prozent im Plus bei 43,87 Euro. Die Papiere sind seit September nicht mehr im Dax, dem Leitindex der Frankfurter Börse, notiert. Lanxess setzte im vergangenen Jahr 8 Mrd. Euro um. Zachert hatte ein umfangreiches Sparprogramm auf den Weg gebracht, das sich für den Konzern zunehmend bezahlt macht.

~ ISIN DE0005470405 ~ APA541 2015-10-06/16:58


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