Automatischer Informationsaustausch zwischen Liechtenstein und EU

Vaduz (APA/sda) - Das Fürstentum Liechtenstein und die EU-Länder werden ab 2017 automatisch Steuerdaten austauschen. Die Regierung in Vaduz ...

Vaduz (APA/sda) - Das Fürstentum Liechtenstein und die EU-Länder werden ab 2017 automatisch Steuerdaten austauschen. Die Regierung in Vaduz hat ein Abkommen über den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen (AIA) nach OECD-Vorgaben dem Parlament zur Ratifizierung vorgelegt.

Das Abkommen sieht einen Informationsaustausch nach dem neuen globalen Standard vor, wie die Liechtensteiner Exekutive am Mittwoch mitteilte. Die Verhandlungen mit der EU wurden Ende Juli auf Delegationsebene abgeschlossen. Noch im Oktober soll die Vereinbarung auf Regierungsebene unterzeichnet werden.

Inkrafttreten wird das Abkommen Anfang 2016. Ein erster automatischer Informationsaustausch folgt ein Jahr später.

Das neue Abkommen sei ein wichtiger Meilenstein in der Umsetzung der Finanzplatz- und Steuerstrategie der liechtensteinischen Regierung, hieß es. Das Fürstentum komme damit seinem Bekenntnis als sogenannter Early Adopter nach, als früher Anwender also.

Mit dem Abkommen könnten wesentliche steuerliche Ungleichbehandlungen Liechtensteins beseitigt werden, die in einzelnen EU-Staaten wegen eines fehlenden Informationsaustausches bestünden.

Beim AIA-Abkommen mit der EU geht Liechtenstein den gleichen Weg wie die Schweiz. Diese unterzeichnete ein ähnliches Abkommen bereits Ende Mai.

Demnach werden Schweizer Finanzinstitute ab 2017 Daten sammeln und den Schweizer Steuerbehörden übermitteln. Letztere liefern die Informationen dann ab 2018, ein Jahr später als Liechtenstein, an die Steuerbehörden des entsprechenden EU-Landes. Die gleichen Verpflichtungen haben die 28 EU-Staaten gegenüber der Schweiz.


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