Mehr Spielplatz, weniger Handy

Die Horde der Brillenschlangen wird immer größer. In China und anderen asiatischen Ländern sind neun von zehn Jugendlichen kurzsichtig. Auch bei uns nimmt Kurzsichtigkeit zu. Das Handy ist nicht die einzige Ursache, das Spielen im Freien aber das einzige erwiesene Hilfsmittel.

Am frühen Morgen in die Schule, am Nachmittag wieder heraus, dazwischen die Welt am Handy checken. Das Auge stellt sich auf ständiges Nahsehen ein, die Folge ist aber häufig Kurzsichtigkeit. Vor allem in asiatischen Ländern hat sich die Kurzsichtigkeit zu einer Epidemie ausgeweitet. Laut jüngsten Veröffentlichungen wiesen in manchen Gegenden Chinas 90 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Kurzsichtigkeit auf. In Südkorea hatten bei einer Studie 96 Prozent der 19-jährigen Männer mindestens -0,5 Dioptrien, also eine leichte Kurzsichtigkeit. „Die Kurzsichtigkeit nimmt zu. Ein großes Problem ist die Kurzsichtigkeit in asiatischen Ländern“, bestätigt Ivo Baldissera, Arzt für Kinderaugenkunde in Innsbruck. „Taiwan und Südkorea sind Länder mit einem rigiden Bildungssystem. Hier müssen Kinder sehr früh sehr viel lernen. Früher hat man in der Vererbung die Hauptursache von Kurzsichtigkeit gesehen. Aber die Umwelt, Lebensweise und Spielverhalten scheinen genauso wichtig zu sein.“


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